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Aktion im Jugendzentrum „Point“ Eine Wundertüte gegen den Lockdown-Blues in Wilhelmshaven

Jennifer Fiola

Wilhelmshaven - Sie scheinen in Zeiten von Corona häufig vergessen zu werden: Kinder und Jugendliche. Annemarie Rasche vom Wilhelmshavener Jugendzentrum „Point“ weiß das ganz genau und bekommt es auch immer wieder persönlich mit, wenn sie mit ihrer „Stammtruppe“ spricht.

Seit dem Beginn des Lockdowns dürfen die Jugendlichen nicht mehr das „Point“ besuchen. Daher haben sich die beiden Inhaber des Jugendzentrums, die Geschwister Annemarie und Felisch Rasche, verschiedene Ideen überlegt, wie sie trotzdem mit den Jugendlichen kommunizieren und ihnen eine Freude bereiten können. Ein Einfall war die „Lockdown-Wundertüte“ für junge Menschen, die jetzt vor dem Jugendzentrum an der Virchowstraße abgeholt werden konnte.

Treffen auf dem digitalen Sofa

Aber zum Anfang: Was ist in der Altersgruppe passender als auf die digitalen Medien zurückzugreifen, dachten sich die beiden Inhaber, und treffen sich deshalb seit dem Beginn des zweiten Lockdowns virtuell mit den Jugendlichen in der App „Discord“. Hier unterhalten sie sich und chatten regelmäßig zusammen. „Unser digitales Sofa sozusagen“, erzählt Annemarie Rasche und grinst. „Aber das macht nur unsere Stammtruppe mit. Also die, die sowieso schon seit Jahren bei uns im Point vorbeikommen.“

Dann gab es vor Kurzem ein paar Fälle, wo die Kinder in Quarantäne mussten, weil in ihrer Klasse der Verdacht bestand, dass einer ihrer Mitschüler mit dem Coronavirus infiziert sein könnte. Für die Kinder brach eine Welt zusammen, da sie noch abgeschotteter waren als zuvor. „Ich dachte mir, da musst du doch was machen. Dann kam mir vergangene Woche spontan die Idee, eine ,Lockdown-Wundertüte’ für die Kinder und Jugendlichen zu gestalten“, erklärt Rasche.

„Die Kinder und Jugendlichen, die zu uns kommen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie sind zwischen acht und 21 Jahre alt, es sind sämtliche Schulformen vertreten, aber auch junge Menschen mit einer Beeinträchtigung“, sagt sie. Deshalb musste die Wundertüte dahingehend angepasst werden. Ein befreundeter Leiter einer „Thalia“-Filiale half ihr und spendete viele Bücher, Magazine, Schreibwaren und kleine Spielzeuge für die „Lockdown-Wundertüte“.


Positives Feedback von den Eltern

Danach startete Annemarie Rasche in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram einen Aufruf, sich für die Überraschungstüte anzumelden. Rund 30 junge Menschen haben sich – zusammen mit ihren Eltern – für eine Wundertüte angemeldet. „Auch von den Eltern haben wir im Vorfeld viel positives Feedback bekommen. Sie haben das Gefühl, dass die Kinder in der jetzigen Zeit häufig vergessen werden. Ich bekomme ja selbst mit, wie gelangweilt die Jugendlichen sind“, sagt die „Point“-Mitarbeiterin.

Sollte der Lockdown sich noch weiter verlängern, könnte sich Rasche vorstellen, die Aktion noch einmal zu wiederholen – allerdings benötigt sie dafür wieder einen Sponsor. „Und selbst wenn es nicht klappt, ist es vielleicht zumindest eine Inspiration für andere Jugendzentren“, sagt Rasche.

Denn die nächste Idee steht bereits in den Startlöchern: „Ich könnte mir vorstellen, dass man auf Facebook zum Beispiel live geht und mit den Jugendlichen zusammen kocht oder bastelt.“

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