Wilhelmshaven - Die MS Harle Kurier liegt fest vertäut im Hafen. Die Stühle vor den Restaurants an der Südstrandpromenade stehen übereinander gestapelt und angekettet an der Wand. Mehr als 200 Strandkörbe sind eingemottet.
Szenenwechsel: Menschen planschen im Wasser, schlecken Eis und recken ihre braun gebrannten Körper der Sonne entgegen. Die MS Harlekurier läuft laut hupend in den Hafen ein. Es riecht nach frischem Fisch und Pommes Frites.
Was machen Eisverkäufer, Kellner und Strandkorbservice, wenn die Sommersaison vorbei ist? Da verkaufen wir Bratwurst und Glühwein statt Eis und frisch gezapftem Bier, verrät Thomas Weets vom Teehäuschen am Südstrand. Er ist stolz darauf, dass er an 365 Tagen im Jahr geöffnet hat. Im Winter mindestens von 12 bis 18 Uhr, sagt er und räumt ein: Im Sommer länger. Weets beschäftigt drei Aushilfen, im Sommer fünf bis acht. Die studieren jetzt oder gehen zur Schule, sagt der Gastronom.
Ein Saisongeschäft wie in Friesland gibt es in Wilhelmshaven nicht, sagt Alfred Albers, Arbeitsvermittler des gemeinsamen Arbeitgeberservice von Job-Center und Agentur für Arbeit in Wilhelmshaven. Nur am Südstrand schließen im Winter einzelne Hotel- und Gaststättenbetriebe.
Die Zahlen der Agentur für Arbeit sprechen für sich. In Wilhelmshaven waren im Januar 2013 im Hotel- und Gaststättenbereich sogar weniger Menschen Arbeitslos als im Saisonmonat August. Nämlich im Januar 46 in der Hotellerie und 122 in der Gastronomie gegenüber 49 und und 128 im August. In Friesland sehen die Zahlen ganz anders aus. Dort waren im August 2013 in Hotellerie- und Gaststättengewerbe jeweils 45 Menschen arbeitslos, im Januar desselben Jahres waren es 66 und 133 Arbeitslose.
