Wilhelmshaven - Als „große Oper in drei Akten“ stellte Désirée Nick ihre Lesung im Stadttheater vor. Denn nach dem Hauptteil der Lesung folgte ein offene Fragerunde für die Zuschauer und abschließend eine Autogrammstunde mit Fotomöglichkeit.

In dem Buch „Gibt es ein Leben nach fünfzig?“ ging sie den Gefahren des Alters nach und teilte einige Seitenhiebe gegen TV-Größen aus wie Dieter Bohlen oder Hugo Egon Balder – letzterer ginge als alter Mann in die Maske und komme nach zwei Stunden als alter Mann wieder heraus. Man solle sich nicht so viel um das Altern sorgen, empfahl die Unterhaltungskünstlerin ihrem Publikum: „Lassen wir uns mit dem Altern doch einfach alle Zeit der Welt.“

Dem Problem des Ja-Sagens ging sie in ihrem jüngsten Buch „Nein ist das neue Ja – warum wir nicht alles abnicken müssen“ an den Kragen. Wie es dazu gekommen sei: Der Verlag habe sie gefragt, ob sie etwas Gesellschaftskritisches schreiben wolle. Gesagt, getan.

In „Nein ist das neue Ja“ empfiehlt Désirée Nick allen „Ja-Junkies“, öfter mal ein knackiges Nein auf den Tisch zu knallen. Nein zum Beauty-Wahn, Nein zum Schuhparadies, Nein zur Pauschalreise. Wer gelernt habe, Nein zu sagen, habe Zeit gewonnen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Als großes Vorbild sieht Désirée Nick dabei die Kinder: „Sie können großartig streiten und Nein sagen.“ Kinder seien unverdorben und politisch unkorrekt, könnten sich aber Minuten später urplötzlich wieder vertragen.

Aber, so stellte die Künstlerin klar, sie wolle mit ihrem Buch keineswegs belehren, auch nicht verändern, sondern amüsieren. Das tat sie auch, wie an den belustigten Reaktionen des Publikums zu erkennen war. Immer wieder brach der Saal in großes Lachen aus. Vieles ging dabei auch auf Kosten der Männer, so wenn Désirée Nick sagte: „Wenn die Kerle größere Brüste wollen, sollen sie gefälligst ihre Hände verkleinern lassen.“


Nein sagen, das könne Désirée Nick selber auch ganz gut, wie sie erklärte: „Sie müssten mal die Formate sehen, die ich abgelehnt habe. Ich sollte auch auf diese Nackt-Insel gehen“, sagte sie in Bezug auf das Reality-TV, worauf sie in der Fragerunde angesprochen worden war. Dass sie im Format „Dschungelcamp“ mitgewirkt habe, bereue sie aber keinesfalls: Es sei wunderbar gewesen, die Vielfalt der Gerüche, ein Wasserfall, kurz: Natur pur.

Abschließend brach sie dennoch eine Lanze für das Theater. „Das Theater ist wichtiger denn je“, sagte Désirée Nick. Es sei die letzte, authentische Bastion, in der dreidimensional echte Gefühle dargestellt werden könnten. Und vor allem lebe es von dem direkten Kontakt mit den Menschen: „Theater ist gemeinsames Atmen mit dem Publikum.“