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Weltreise Enge Freundschaften und Seekrankheit

Nanna Brüggemann

Wilhelmshaven - Seit Anfang Oktober ist Nanna Brüggemann mit dem Segelschulschiff Gulden Leeuw unterwegs. Mit 43 Mitschülern erlebt sie ein Abenteuer der ganz besonderen Art: Ein Schuljahr auf See. Aktuell befindet sich die schwimmende Schule in der Mitte des Atlantiks auf dem Weg nach Martinique. Dort wird die 16-Jährige auch die Vorweihnachtszeit verbringen. In der Wilhelmshavener Zeitung schildert sie die ersten Eindrücke ihrer bisherigen Reise.

23 Kilogramm Gepäck für sieben Monate

Nanna Brüggemann ist 16 Jahre alt und Schülerin am Neuen Gymnasium in Wilhelmshaven. Um an der siebenmonatigen Reise teilnehmen zu können, musste sie neben guten Noten auch ein Motivationsschreiben ihrer Lehrer vorweisen. Denn jedes Jahr bewerben sich rund 85 Schüler auf 44 Plätze. Seit Anfang Oktober ist das schwimmende Klassenzimmer unterwegs und im Augenblick auf dem Weg in die Karibik.

Meine Erwartungen an diese Reise, wurden bisher nur übertroffen. Ich fühle mich hier sehr wohl und genieße die Fahrt bisher in vollen Zügen. Die anfängliche Herausforderung mit nur 23 Kilogramm auszukommen, habe ich geschafft. Mein Gepäck konnte ich auf 21,65 Kilogramm zusammenschrumpfen. Viele waren mit 23,9 Kilogramm knapp an der Grenze.

Die ersten Tage auf See waren sehr gut, bis dann die Seekrankheit bei mir einsetzte. Aber man ist hier nie alleine und hat immer eine Person, die mit einem auf den Seitenweg des Bootes sitzt und sich auch übergeben muss oder einfach für einen da ist. Mit den Lehrern ist es besonders lustig. Entweder stehen sie einem bei und sprechen einem Mut zu oder man sitzt zusammen auf einer Bank, jeder mit seinem eigenen Eimer. Das Verhältnis zu den Lehrern ist sehr besonders, eben weil wir mit fast 60 Leuten auf so engem Raum leben. Wir sprechen sie mit Vornamen an und verbringen auch bei den Landaufenthalten viel Zeit mit ihnen.

Der Seegang führt dann auch schon mal zu kuriosen Momenten. An einem Abend hat der 1. Offizier während einer Nachtwache bei wunderschönem Sternenhimmel das Lied „A Sky full of Stars“ von Coldplay angemacht. Währenddessen mussten meine Lehrerin und ich uns zusammen übergeben.

Als Nächstes steht die Atlantiküberquerung an. Davor habe ich ein bisschen Respekt, weil wir dann vier Wochen kein Land sehen werden und das mit Seekrankheit nicht so einfach ist.


Umstellung des Tagesrhythmus

Während wir an Bord sind, müssen wir abwechselnd Wache halten. Die Umstellung des Tagesrhythmus ist für viele deshalb schwer gewesen. Man ist es nicht gewohnt, um vier Uhr morgens geweckt zu werden, um dann zu segeln. Der Wachdienst besteht aus einer Brückengruppe und einer Deckgruppe. Auf der Brücke wird uns sehr viel über Navigation und Sicherheit an Bord beigebracht und an Deck lernen wir praktische Sachen wie Knoten, Segel setzen, Segel einrollen und im Hafen an oder ablegen.

In Spanien und Portugal hatten wir die ersten Landgänge. In La Coruña und in Lissabon haben wir mehrere Museen besucht, Spanisch gelernt und viele interessante Menschen kennengelernt. Sich in den Städten ohne Handy zurechtzufinden, ist gar nicht so einfach.

Schlafsaal mit Feldbett

Da man sich hier mit 43 Mitschülern den Schlafsaal teilt, bauen wir hier sehr schnell enge Freundschaften auf. Man wird viel offener, traut sich mehr und wird selbstständiger. Auch wenn die Nächte auf den Feldbetten auszuhalten sind, freue ich mich jetzt schon auf mein Bett zu Hause. Doch das dauert noch ein paar Monate.

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