Wilhelmshaven - Andererseits war ihr Auftritt ursprünglich für das Brauereihoffest in Jever angedacht, doch corona-bedingt wurde das Festival bekanntlich abgesagt.
Dabei kündigten sie bereits zu Beginn ein großes Finale an, bei dem die Gäste im Sommerdorf des Pumpwerks einen „Maskentanz auf den Stühlen hinlegen dürfen“. Es war insgesamt jedoch eher ein Abend mit Licht und Schatten. Wenngleich sich das Duo der ursprünglich fünfköpfigen Band unplugged gut präsentierte, fehlte die richtige Stimmung zu den zahlreichen Songs von „Extrabreit“ wie „Hart wie Marmelade“, „Der Präsident ist tot“ oder „Jeden Tag, jede Nacht“. Zudem las Havaii aus seiner Autobiografie „Hart wie Marmelade – Erinnerungen eines Wahnsinnigen“.
Bei seinen Lesungen präsentierte er einen rasanten Trip durch die Zeit voller schöner Träume und aufregenden Begegnungen. Eines der Kapitel trägt die Überschrift „Menschen im Hotel“. Dabei traf er auch auf Udo Lindenberg („Ein lebendes Denkmal!“). Die ein oder andere Bargeschichte mit dem Rockmusiker kam dabei ans Tageslicht. Ein weiteres Kapitel erzählte von einem Auftritt in einem Kaufhaus, zu dem zahlreiche Teenies kamen und dieses schon weit vor Beginn des Konzerts belagerten. „Die ersten Auftritte waren ein Cocktail aus Vorfreude und Nervosität.“
Die Musik kam zu kurz
Wenngleich die ein oder andere amüsante Anekdote aufblitzte, so waren die Auszüge insgesamt zu lang – die Musik kam zu kurz. So richtig Fahrt nahm der Abend auch erst auf der Zielgeraden des knapp zweistündigen Unplugged-Auftritts auf. Stefan Kleinkrieg, der mit seiner Gitarre durchaus zu begeistert wusste, kündigte eine interaktive Mitmachaktion an. Klassiker, mit denen „Extrabreit“ einst die Charts stürmte, erklangen im Sommerdorf – von „Hurra, Hurra, die Schule brennt“ über „Flieger, grüß mir die Sonne“ bis hin zu „Polizisten“. Dass das Publikum textsicher ist, war dabei teilweise zu hören.
Eine kleine Überraschung hatten Havaii und Kleinkrieg ebenfalls im Gepäck: „Dass, was wir jetzt machen, haben wir noch nie gemacht – und wir wissen nicht, ob wir es jemals wieder tun werden“, kündigte der Gitarrist an. Gemeint war eine kleine Hommage an Hans Albers mit den Lied „Über uns der Himmel“ als Duett - und es kam an.
Als Zugabe, für die das Duo von den Besuchern auf die Bühne gerufen wurde („Damit haben wir ja gar nicht gerechnet. Das kam jetzt total überraschend.“), brachten sie „Alptraumstadt“ zum Besten und ließen die Konzertreihe des Pumpwerks somit würdig ausklingen.
