Wilhelmshaven - Seit fünf Jahren gibt es die vom Naturschutzbund Nabu, der Stadt Wilhelmshaven und der Wilhelmshavener Zeitung getragene Aktion Rettet die Kastanien. Gestern wurde der Kampf gegen die Miniermotte auf eine neue Ebene gehoben. Der Schutz der Kastanien vor den Schädlingen soll sich nicht mehr nur auf die fachgerechte Entsorgung von Laub beschränken. Künftig sollen Fallen die Vermehrung der Motten verhindern.
Durch Nistkästen für Blau- und Kohlmeisen sollen die Bedingungen für natürliche Gegner der gefräßigen Schmetterlinge verbessert werden.Der Anstoß kam von Heidi Weiken, die gestern den ersten Nistkasten spendete. Spontan schloss sich die Spar undamp; Bau Wohnungsbaugenossenschaft an, für die die Vorstände Peter Hohmann und Dieter Wohler 30 weitere Nistkästen zusagten. Spar undamp; Bau ist mit dem Wohnquartier Parkgarten Anrainer der Mozartstraße, einer der ältesten Straßen in der Stadt mit einer Allee aus 129 Kastanien.
Spar undamp; Bau lässt derzeit durch die Technischen Betriebe Wilhelmshaven (TBW) über 30 000 Narzissen entlang der Mozartstraße setzen. TBW-Mitarbeiter entfernen zudem das mit Larven belastete Laub aus den Rabatten.Nabu-Aktivist Werner Hoffmann, der die Aktion seit den Anfängen begleitet, lobte die Nistkastenspenden. Weitere Naturfreunde, die den Kastanien in der Stadt helfen wollten, können dies durch Geldspenden oder durch persönliches Engagement tun.
Geld wird für den Kauf weiterer Nistkästen, aber auch für Pheromonfallen benötigt, die mit Sexualduftstoffen befüllt die männlichen Miniermotten anlocken. Die Nistkästen müssen gereinigt, die Fallen aufgehängt und mit Duftstoffen versehen werden. Dafür können wir helfende Hände gut gebrauchen, sagte Hoffmann. Interessierte können sich bei Werner Hoffmann (Tel. 2 37 28) oder bei Heidi Weiken (96 60 93) melden.
Hoffmann zog für die verschiedenen Laubsammel-Aktionen der vergangenen fünf Jahre eine positive Bilanz. An insgesamt 26 Veranstaltungen hätten sich 568 Personen im Alter von drei bis 84 Jahren beteiligt, darunter Schüler, Umweltschützer und Rotarier. Besonders würdigte er das Engagement der Franziskusschule.
Unterstützt wurden diese Aktionen stets durch die Stadt.Besonders der Einsatz in der Mozartstraße hat sich gelohnt, sagte Hoffmann. In diesem Herbst hätten sich die Blätter deutlich später (August) als noch in 2007 (Juni) verfärbt. Die wichtigste Hilfe für die Bäume sei unverändert das vollständige Entfernen der befallenen Laubs.
