Wilhelmshaven - Kurz vor dem Jahreswechsel hatte es an Bord des 366 Meter langen Containerfrachters „Maersk Elba“ gebrannt. Das Schiff war auf dem Weg von Colombo (Sri Lanka) nach Felixstowe (Großbritannien), als unmittelbar vor der Südküste Portugals das Feuer im Maschinenraum ausbrach. Doch die Crew konnte den Brand schnell löschen, sodass es keine Verletzten gab.
Die Besatzung brachte die „Maersk Elba“ damals in den Hafen von Algeciras (Spanien). Mittlerweile liegt der Containerfrachter jedoch in Wilhelmshaven am Jade-Weser-Port – der sich zum wiederholten Male als Helfer in der Not erweist. Dort wird derzeit die gesamte Ladung, 6700 Container, gelöscht. Anschließend wird der Frachter an einen anderen Liegeplatz gebracht, wo Experten den vom Brand betroffenen Bereich dekontaminieren und anschließend neutralisieren. „Durch den Brand von Kunststoffen kann zum Beispiel Chlorwasserstoffgas (HCL) entstehen, das in Verbindung mit Löschwasser/Salzwasser kondensiert und sehr schnell Korrosionen auf Metalloberflächen verursachen kann“, erklären die Verantwortlichen.
Und auch von der Seemannsmission Wilhelmshaven erhält das Schiff samt Crew Unterstützung: Die in Wilhelmshaven liegenden „Maersk Elba“ und „Mein Schiff 6“ wurden gleich nach Einlaufen von Dr. Hildegard Hagenmueller vom Ehrenamtsteam der Seemannsmission besucht. Sie brachte Telefonkarten und Dinge des täglichen Bedarfs vorbei. Die Mitglieder der Seemannsmission besuchen die Crew auch weiterhin. Besuchen bedeutet in diesem Falle, dass die Ehrenamtlichen mit FFP2-Maske zur Zugangsbrücke des Schiffes kommen, um dort unter Einhaltung der Corona-Regeln die Güter zu überreichen.
Der Vorsitzende der Seemannsmission Wilfrid Adam erklärt: „Ich bin stolz darauf, dass wir auch in dieser schweren Notsituation mit je einem Schiffsbesucher an jedem Tag in der Woche, also von Montag bis Sonntag, den Seeleuten zur Verfügung stehen und auf Anforderung benötigte Artikel an das Schiff bringen.“ Auch wenn die Hilfe aufgrund der Pandemie eingeschränkt ist, so habe man es dennoch geschafft, mit einer Notbesetzung aus ehrenamtlichen Mitarbeitern für die Seeleute, die ihre Schiffe nicht verlassen dürfen und auf Hilfe angewiesen sind, da zu sein, erklärt der Vorsitzende.
Die ehrenamtlichen Schiffsbesucher hätten auch in der Coronakrise nicht aufgegeben und so noch 425 Schiffe in den unterschiedlichsten Hafenteilen besucht und unter Einhaltung der Hygieneregeln, die mit dem seemännischen Dienst des Gesundheitsamtes abgestimmt wurden, Kontakt zu 2058 Seeleuten gehabt. „Im Jahre 2019 wurden noch 811 Schiffe besucht und man hatte Kontakt 5126 Seeleuten. Im Haus der Seemannsmission betreuten die Mitglieder rund 1000 Seeleute. An diesen Zahlen sieht man, wie die Pandemie heute unsere Arbeit lahmgelegt hat. Trotzdem haben wir uns nicht entmutigen lassen und wir sind stolz darauf, dass wir mit unserer ,Corona-Care-Aktion’ die Crews mit Dingen des täglichen Bedarfs, wie Telefonkarten, Hygieneartikeln und Süßigkeiten versorgen konnten“, so Wilfried Adam.
Gerade in der kalten Jahreszeit seien warme Mützen, aber auch Pullover bei Seeleuten sehr begehrt und an diesem Engagement wolle man auch weiterhin festhalten, teilt die Seemannsmission in einer Pressemitteilung mit.
