Wilhelmshaven - Mit Haydns Die Schöpfung im Jahre 1973 sorgte der Wilhelmshavener Frauenchor unter Karlheinz Raeb für Furore. Für den 1962 gegründeten Chor schrieb Raeb das Wilhelmshaven Lied. Neben Raeb hießen die Chorleiter Günther Westermann, Emanuel Codausi und Elena Merker. Herta Thimm, Rosel Pangerl, Hildburg Radtke, Jutta Horn, Gerda Dirks und zuletzt Ilka Buchmann haben dem Chor, dem zu Hochzeiten 76 Sängerinnen angehörten, in über 51 Jahren vorgestanden. Das ist nun bald Geschichte, denn der Chor löst sich zum Jahresende auf, denn es mangelt ihm an singfähigen Mitgliedern.
Die Geschichte des Frauenchores begann mit der konstituierenden Sitzung am 21. Mai 1962 in Namkens Gasthof in Rüstersiel. Die musikalische Leitung übernahm Karlheinz Raeb. Die Übungsabende wurden auf Montagabend festgelegt. Übungslokal war der Gasthof Namken, Rüstersiel. Aus dieser Zeit sind Ilse Smentek und Monika Gundlach heute noch dabei.
1975 verzeichnete der Frauenchor 76 Sängerinnen und war damit der zweitgrößte Chor in Wilhelmshaven. Im Jahre 1976 wurde der Frauenchor durch schicksalhafte Ereignisse in der Familie Namken obdachlos. Nach einer Interimszeit in der Krone in der Gökerstraße siedelte der Chor vier Jahre später in das Kreuzelwerk um, wo er bis zuletzt bei Bärbel und Robert Jacobs seine Proben abhielt.
In den 51 Jahren seines Bestehens hat der Frauenchor viele Konzerte gegeben und bei Auftritten mitgewirkt. Zu den Höhepunkten zählen neben der Schöpfung Haydns Oratoriums Vier Jahreszeiten, der Schlusschor aus Beethovens 9. Sinfonie und zwei Folklorekonzerte.
Der plötzliche Tod von Karlheinz Raeb kurz vor der Wiederaufführung der Schöpfung am 1. September 1987 war eine Zäsur. Das Konzert wurde abgesagt, ebenso der Sängerball. Drei Chöre mussten sich nun einen neuen Chorleiter suchen. Günther Westermann wollte den Frauenchor nur vertretungsweise übernehmen - daraus wurden vier Jahre.
