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Sturmtief Ylenia Orkanböen hinterlassen Spuren an Häusern und Autos – Wetterwarnung bleibt bestehen

Wilhelmshaven/Friesland/Ostfriesland - Sturmtief Ylenia hat die Region fest im Griff. Bereits in der vergangenen Nacht zeigten sich die Kräfte des Sturms an verschiedenen Stellen in der Umgebung. Die Feuerwehr Wilhelmshaven musste zu mehr als 30 Einsätzen ausrücken, um Schäden zu beseitigen, für die „Ylenia“ gesorgt hat. Darunter einige umgestürzte Bäume.

Zum Beispiel sorgte ein umgestürzter Baum am Donnerstagmorgen auf der B210 für einen Feuerwehr-Einsatz. Besonders schwer hat es zudem mehrere Häuser im Stadtgebiet von Wilhelmshaven getroffen. So fielen etwa an den Straßen „Lissaer Zeile“ und „Auf dem Klei“ Bäume auf zwei Häuser. Auch in Altengroden stürzte ein Baum auf ein Haus. Ein ähnliches Bild bot sich auf dem Birkenweg. Dort kippten die Orkanböen eine Birke gegen ein Haus. Gegen 4.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Vor Ort konnten die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr jedoch nicht viel machen, da sie ihre Drehleiter bei dem starken Wind nicht einsetzen konnten, ohne eine Gefahr für Mensch und Equipment zu riskieren. Die Ortswehr Bant-Heppens sperrte und sicherte den Bereich um den Baum, berichtet Michael Feist, der als Gruppenführer dabei war. Da der Baum recht stabil am Haus lehnt und es nur leicht beschädigt war, informierte die Feuerwehr die zuständige TBW.

Knapp 200 Einsätze in Ostfriesland

Auch im Landkreis Wittmund waren die Feuerwehren vor allem mit umgestürzten Bäumen beschäftigt. Dabei konzentrierten sich nahezu alle Einsätze auf den Zeitraum von 5 bis 6.30 Uhr, berichtet Oliver Hemken, Kreispressewart des Kreisfeuerwehrverbands Wittmund. In den Samtgemeinden Holtriem und Esens etwa mussten Straßen von Bäumen freigeräumt werden. In einem Fall sicherte die Feuerwehr Ochtersum in Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei einen großen Baum, um sein Umstürzen auf die Straße zu verhindern. Gegen 8.15 Uhr wurde die Feuerwehr Holtgast zu einem umgestürzten Telefonmast alarmiert, wobei ein Schaden an der Leitung wohl abgewendet werden konnte. Von Mittwoch 12 Uhr bis Donnerstag 12 Uhr verzeichnete die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) in Wittmund laut Stadtpressesprecher Ralf Klöker insgesamt 198 Einsätze der Feuerwehren, davon 190 sturmbedingt. Die meisten fielen auf den Landkreis Aurich (87), gefolgt vom Landkreis Leer (83) und Landkreis Wittmund (20).

Bislang vor allem Sachschaden bekannt

Bislang ist nicht bekannt, dass Personen in der Region durch umgestürzte Bäume stark verletzt wurden. Leicht verletzt wurde hingegen bereits gestern Nachmittag eine 45-jährige Frau im Kreis Aurich. Sie war mit einem Smart unterwegs, als das Auto von einer Windböe erfasst wurde und daraufhin mit einem Baum zusammenstieß.

Sturmwarnung hält an

Das Sturmtief hält die Nordseeküste seit gestern in Atem und sorgt für eine Extremwetterlage – und das genau am Jahrestag der großen Sturmflut von 1962.


Als Folge fällt heute an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen im Landkreis Friesland der Unterricht aus. Das teilte der Landkreis gestern Nachmittag mit, nachdem bereits auch die Nachbarkommunen wie die Landkreise Wittmund, Aurich und Leer sowie die Stadt Wilhelmshaven über den Schulausfall informiert hatten. Dort gibt es eine Ausnahme: Der Unterricht an der BBS Wilhelmshaven findet über Distanzlernen statt. Eine Notbetreuung soll in allen Landkreisen und Städten gewährleistet werden, hieß es in den Mitteilungen.

Friesendamm bis Montag gesperrt – Gefahr in Parkanlagen

Aufgrund der Sturmwarnung ist seit gestern 16 Uhr der Friesendamm zwischen der Straße Zum Ölhafen und dem Ölhafendamm voraussichtlich bis Montag, 21. Februar, in beiden Richtungen für den Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Alfred-Eckhardt-Straße.

Zudem warnt die Stadt Wilhelmshaven davor, Parkanlagen zu betreten. Durch die vielen Regenschauer seien die Böden so stark durchfeuchtet, dass die Gefahr bestehe, dass Bäume entwurzelt werden könnten – auch in den nächsten Tagen.

Warnung für das Wochenende – Sturmflut erwartet

Denn der Deutsche Wetterdienst warnt auch weiter vor orkanartigen Böen der Stärke 10 bis 11, in exponierten Lagen sogar von bis zu 120 km/h (Stärke 12). Bereits am Samstag droht der nächste Sturm, der über die Küste zieht.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) rechnet mit erhöhten Wasserständen an der Nordseeküste. So lief das Nachthochwasser einen dreiviertel bis eineinviertel Meter höher auf als normal. Auch für das Mittagshochwasser wird heute etwa mit einem eineinviertel Meter höheren Wasserstand als normal gerechnet. Eine weitere Sturmflut wird für die Nacht von heute auf morgen vorhergesagt. In der Nacht zu Samstag wird eine Sturmflut (1,5 Meter über dem mittleren Tidehochwasser) erwartet.

Der Fährverkehr zu mehreren Nordseeinseln, darunter Wangerooge, wurde für heute eingestellt. Auch in den nächsten Tagen ist mit Änderungen zu rechnen.

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