WILHELMSHAVEN-FRIESLAND - Ein Plakat am Eingang des Fachbereichs Statistik und Wahlen der Stadt Wilhelmshaven: „81,8 Mio. Einwohner leben in Deutschland. Oder?“ ist darauf zu lesen. Noch zweimal schlafen – dann beginnt die Suche nach der Antwort. Dann steht der Zensus vor der Tür.

Für die Erhebungsstelle Wilhelmshaven, die zugleich für den Landkreis Friesland zuständig ist, enden mit dem Stichtag monatelange Vorbereitungen. Die eigentliche Arbeit beginnt aber erst jetzt mit den Haushaltsbefragungen. Rund 250 freiwillige Interviewer werden ab Montag im Auftrag der Erhebungsstelle in Wilhelmshaven und in Friesland unterwegs sein. Befragt werden 10 Prozent aller Haushalte. Zudem werden so genannte Sonderanschriften berücksichtigt, zum Beispiel Seniorenwohnheime.

Nach einem Zufallsverfahren sind Adressen ausgewählt worden. In Wilhelmshaven werden es ungefähr 5000 Bürger sein, in Friesland 15 000. „Alle Menschen, die unter den ausgewählten Adressen wohnen, werden befragt“, erklärt Rudolf Perkams, Leiter der Erhebungsstelle und des Fachbereichs Statistik und Wahlen. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um ein Hochhaus mit vielen Wohnungen oder um ein Einfamilienhaus handelt. Für jede Person eines Haushalts wird ein Fragebogen ausgefüllt, wobei Eltern die Fragen für ihre Kinder beantworten können.

Überraschend werden die Interviewer aber nicht vor der Tür stehen. Sie kündigen ihren Besuch mit einem Schreiben an und machen einen Terminvorschlag. Wer einen anderen Termin wünscht, kann den Interviewer anrufen und einen anderen Tag vereinbaren. Die Telefonnummern stehen in den Ankündigungsschreiben. Davor drücken sollten sich die ausgewählten Haushalte lieber nicht. Es besteht eine gesetzliche Auskunftspflicht.

Perkams beruhigt: Vor den Fragen müsse keiner Angst haben. Angaben zur Religionszugehörigkeit seien zum Beispiel freiwillig. Fragen über das Einkommen werden gar nicht gestellt. Unterschreiben müssen die Befragten auch nichts. „Es sei denn, dass auf Wunsch die Fragebögen zum Selbstausfüllen ausgehändigt werden.“ Dann können sie ausgefüllt an die Erhebungsstelle zurückgesendet werden. Eine Beantwortung über das Internet ist ebenfalls mit Hilfe einer Codenummer möglich.

Besonders wichtig: Die Interviewer haben einen Dienstausweis mit Lichtbild erhalten. Sie sind dazu verpflichtet, den Ausweis immer vorzuzeigen.

Stephan Giesers
Stephan Giesers Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung