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Generationenkonflikt am Arbeitsplatz Wenn Babyboomer und Generation Z aufeinandertreffen

Cornelia LÜers

Wilhelmshaven/Friesland - Was hat er, was ich nicht hab? Immer wieder gucken Unternehmen auf andere Firmen und vor allem auf deren Nachwuchskräfte. Diese sind rar gesät und der Kampf auf dem Arbeitsmarkt um die Kräfte von morgen hat längst begonnen. Eigentlich startet dieser schon viel früher: in der Schule, bei der Berufsorientierung, beim Schulpraktikum, in Gesprächen mit Eltern, Freunden, Lehrern oder dem Arbeitsberater.

Der Arbeitskreis

Doch wie erreicht man die jungen Leute? Diese Generation Z, die doch so anders tickt als der erfahrene Abteilungsleiter? Ein spannendes Thema, dem sich jetzt der Arbeitskreis „Schule-Wirtschaft“ des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade (AWV) in einer Veranstaltung in den Berufsbildenden Schulen in Heppens gewidmet hat.

AWV-Geschäftsführer Henning Wessels begrüßte rund 60 Arbeitskreis-Mitglieder, die nach einer einführenden Podiumsdiskussion anschließend im World Café in lockerer Gruppenarbeit wichtige Themenpakete und Aufgaben für den Arbeitskreis herausarbeiteten.

Die Diskussion

Jahrelang hat es genügt, einen Tag der offenen Tür, eine Berufsmesse oder einen Zukunftstag zu veranstalten, um das Interesse der Jugendlichen für einen bestimmten Job zu wecken. Heute sind diese Formate allein nicht mehr ausreichend – und nicht immer zeitgemäß. Darin waren sich auch die vier Teilnehmer auf dem Podium einig.

Die Aufgaben

Die Generation Z, die sich nach einem komplett anderen Wertekompass richtet als ihre Elterngeneration, muss frühzeitig, konstant, niederschwellig und auf jeden Fall über die digitale Schiene angesprochen werden. Das muss kein aufwendiger Imagefilm der Firma sein, weiß Marco Will (Volksbank Jever). „Warum nicht den Azubi selbst mit dem Handy ein kurzes Video von sich und seiner Arbeit drehen lassen? Das wirkt viel authentischer und spricht die jungen Leute viel eher an“, sagt der 32-Jährige.


Auch Paula Remmers (Jura-Studentin) schlägt in diese Kerbe: „Warum sollte ein Bewerbung nicht per Whatsapp möglich sein?“ Soziale Netzwerke, Youtube und kleine Info-Snacks, dazu ein begleitendes Mentorentraining schon in der Schulzeit, bei dem Schule und Wirtschaft noch viel enger und verzahnter zusammenarbeiten müssten – das sei ein gangbarer Weg, meint auch Dr. Wiebke Endres (Studiendirektorin). Ganz entscheidend sei ihrer Meinung nach, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass es der Generation Z ganz wichtig ist, einer sinnhaften Arbeit nachzugeben, bei der sie selbst mitgestalten und sich verwirklichen könne. Eine Arbeit, die zum Lebensstil derjenigen passe, für die etwa Nachhaltigkeit wichtig sei. „Dann identifizieren sich die jungen Menschen auch eher mit dem Unternehmen“, meint Endres, die eine klare Orientierung für diese Generation für unerlässlich hält.

Das Fazit

Dass der Arbeitskreis „Schule-Wirtschaft“ des AWV dabei als wichtiges Bindeglied zwischen Unternehmen und den schulischen Einrichtungen agieren kann und muss, wurde im anschließenden Word Café deutlich. In angeregten Gesprächen tauschten sich die Arbeitskreis-Mitglieder aus, überlegten, welche neuen Wege und Formate entwickelt werden müssen, um einerseits die Fachkräfte von morgen zu begeistern, andererseits aber auch die Babyboomer mitzunehmen, damit beide Generationen voneinander lernen können.

Wer bin ich? Babyboomer oder Zoomer?

In unserer heutigen Arbeitswelt treffen viele Generationen aufeinander, deren Selbstverständnis und Weltbild von einem unterschiedlichen Wertekompass geprägt sind. Verschiedene Begriffe stehen als Synonyme für die jeweiligen Generationen, für die eine klare Abgrenzung nahezu unmöglich ist.

Im Groben werden die jeweiligen Jahrgänge, die derzeit auf dem Arbeitsmarkt aufeinandertreffen, wie folgt eingeordnet:    Babyboomer: Geburtenjahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre. Das sind die geburtenstarken Jahrgänge, die derzeit oftmals als Führungskräfte die Unternehmen lenken, sich aber teilweise auch schon auf den Ruhestand vorbereiten. Ihre Definition von Arbeit: Harte Arbeit wird belohnt (zum Beispiel durch Karriere oder Gehalt); Arbeit ist Lebenszweck, die persönlichen Bedürfnisse ordnen sich oftmals unter.    Generation X: später 1960er- bis frühe 1980er-Jahre    Generation Y: 1980er- und 90er-JahreDiese Generation ist durchaus bereit, hart zu arbeiten, möchte aber die Konditionen dafür selbst bestimmen. Eine ausgewogene Work-Life-Balance sowie Abwechslung im Berufsalltag sind wichtig.    Generation Z: späte 1990er-Jahre bis 2000er-Jahre (auch Zoomer genannt). Dies sind die geburtenschwachen Jahrgänge. Die Folge: Fach- und Nachwuchskräfte werden in allen Branchen händeringend gesucht. Vor diesem Hintergrund muss jeder Arbeitgeber für sich neu definieren: Wie sticht meine Firma heraus und wird für junge Leute interessant? Wie wird die Generation Z auf mich aufmerksam? Was kann ich bieten – nicht fordern? Die Generation Z setzt auf Life-Work-Balance. Sie arbeitet gern, doch die Arbeit muss einen Sinn haben und mit dem Privatleben absolut vereinbar und vom Wertekompass her deckungsgleich sein.

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