Wilhelmshaven - Die Preisexplosion an den Rohstoffbörsen schlägt nun auch auf die Kunden der GEW Wilhelmshaven durch. Das Unternehmen wird die Preise für Erdgas zum 1. Januar 2022 erhöhen. Die Preissteigerung bleibt knapp im einstelligen Bereich.

Seit Monaten kennt die Entwicklung der Energiepreise nur eine Richtung – nach oben. „Und das in einer Dramatik, wie ich sie seit 20 Jahren nicht erlebt habe,“ sagt Josef Thomann, Geschäftsführer der GEW. Preissteigerungen von bis zu 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr habe es gegeben. Man versuche zwar immer, mit Weitsicht einzukaufen, um das Preisniveau für die Endkunden stabil zu halten, aber bei einer solchen Explosion sei das nicht mehr zu schaffen. Konsequenz: die Kunden müssen im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen.

In der Grundversorgung steigt der Preis um 9,7 Prozent, beim Produkt „havengas für uns“ sind es 9,4 Prozent. Warum die Unterschiede? Als Grundversorger ist die GEW verpflichtet, Kunden in Wilhelmshaven mit Gas, Strom und Wasser zu beliefern, sofern diese nicht bei anderen Anbietern unter Vertrag stehen. Eben wegen dieser Verpflichtung seien der Preis und jetzt auch die Steigerung höher. „Jeder Kunde hat die Chance, in den günstigeren Tarif zu wechseln und das empfehlen wir in den Beratungsgesprächen ganz gezielt“, sagt Vertriebsleiter und Prokurist Kai Rückstein.

Zuletzt hätten viele „Billiganbieter“ ihren Kunden gekündigt oder diese durch Preissteigerungen von bis zu 100 Prozent selbst zu Kündigung gedrängt. Die Betroffenen landen in der Grundversorgung der GEW. „In Wilhelmshaven sind das mehrere Hundert Haushalte“, weiß Christian Kucklick (Gruppenleiter Marketing). Das Wilhelmshavener Unternehmen lasse diese Kunden natürlich nicht im Regen stehen.

Auf der anderen Seite können es aber auch nicht sein, dass andere Anbieter in guten Zeiten Kunden mit echten Kampfpreisen abwerben, sie in schlechten Zeiten aber wieder loswerden möchten und dem Grundversorger überlassen, betont Thomann. „Deshalb muss die Grundversorgung ganz einfach etwas teurer seine als andere Tarife.“


Die GEW kann den Endpreis für den nur zu knapp 48 Prozent über Einkauf, Vertrieb und Service beeinflussen (Siehe Grafik). Knapp 52 Prozent der Kosten setzen sich aus staatlichen Vorgaben (Steuern und Abgaben) zusammen. Die CO2-Komponente ist erneut gestiegen, die Umsatzsteuer beträgt 19 Prozent, macht aber „nur“ 16 Prozent der Gesamtkosten aus.