Wilhelmshaven - Die Landesgartenschau 2016 in Sande ist machbar. Dieses Zwischenergebnis einer Studie, die von der Gemeinde Sande mit finanzieller Unterstützung des Landkreises in Auftrag gegeben wurde, verkündeten gestern der SPD-Ratsherr Jörg Beutz und Bürgermeister Josef Wesselmann beim WZmobil auf dem Sander Wochenmarkt. Es wurden mehrere Vorschläge für mögliche Standorte entwickelt. Eine der Varianten ist wohl realistisch, erklärte Wesselmann.

Damit ist die Gemeinde ihrem Herzenswunsch ein Stück näher gekommen: Das Projekt kann Sande touristisch und wirtschaftlich nach vorne bringen, hofft Beutz. Entscheidend sei aber die Frage, was die Gartenschau kostet. Wenn es schaffbar ist, werden wir es machen. Dann würde sich Sande um den Zwischentermin 2016 bewerben und auf einen positiven Ausgang hoffen.

Die Landesgartenschau sei ein Riesenprojekt, betont Wesselmann. Seit Wochen bindet die Vorbereitung bereits Kräfte im Rathaus. Und sollte sich der Wunsch konkretisieren, gibt es noch einiges mehr zu tun: Sponsoren sollen angesprochen und Fördermittel gefunden und beantragt werden.

Zudem müssen der Flächennutzungsplan und Bebauungspläne geändert oder neu auf den Weg gebracht werden. Wir wollen die ersten Blumenzwiebeln ja nicht erst im Jahr selbst pflanzen, ergänzt Wesselmann. Hilfreich ist die Unterstützung durch den Landkreis.

Zu Gast beim WZmobil war gestern auch Rainer Galli, Kreisvorsitzender des Verbands Wohneigentum und zudem Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Sande.


Das Erfolgsrezept für den Mitgliederzuwachs in seinem Verband sei ganz einfach, erklärte er auf Nachfrage: Wir hören unseren Mitgliedern zu. So habe der ehemalige Siedlerbund etwa an der Einführung der Krähenklatsche auf dem Friedhof mitgewirkt: 60 Paare sind weggezogen, freut sich Galli.

Auch das Engagement für die Anwohner an der Bahntrasse durch Sanderbusch, die infolge des Güterverkehrs Schäden an ihren Häusern befürchten, hat sich ausgezahlt. Das spricht sich dann herum, sagt Galli. Nicht zuletzt legt sein Verband viel Wert auf gute Öffentlichkeitsarbeit.

Neben eigenen Projekten und vielen Veranstaltungen profitieren die Mitglieder laut Galli auch durch kostenlose Fachberatungen (z.B. zu den Themen Bau, Energie und Recht) und Versicherungen, die im Mitgliedsbeitrag inbegriffen sind. So mancher Verein blickt schon sehnsüchtig auf die Erfolge der Siedlergemeinschaft Sande. Sehr beliebt sind übrigens auch die regelmäßigen Fahrradtouren.

Um Öffentlichkeit ging es gestern auch Claus Jäkel aus Neustadtgödens. Zusammen mit anderen Anwohnern des Timpweges leide er unter zahlreichen Fahrzeugen, die den kleinen Weg mit oft überhöhter Geschwindigkeit benutzen. Der Gemeinde ist das Problem bekannt. Etliche Gespräche wurden geführt und verschiedene Lösungen erörtert.

Neue Schilder sollten Abhilfe schaffen, doch Jäkel ist weiterhin unzufrieden: Die Schilder würden ignoriert und es sei nur eine Frage der Zeit, bis etwas Schlimmes passiere. Gerade die schweren landwirtschaftlichen Maschinen würden Schäden verursachen und sich nicht an Verkehrsregeln halten, klagt Jäkel. Als unzumutbar beschreibt er den jetzigen Zustand und hofft, dass sich die Politik der Sache noch einmal annimmt.

Etwas Positives hatte SPD-Urgestein Waltraud Richter anzumerken: Der Wochenmarkt ist eine schöne Einrichtung, sagt sie. Nur etwas voller könne er sein. Doch Bürgermeister Wesselmann wusste die Erklärung: Es ist Ferienzeit.