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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Dramatische Umsatzeinbrüche in der Wilhelmshavener Gastronomie: „Das Personal kann auch nicht mit 70 Prozent abgespeist werden“

31.01.2022

Wilhelmshaven Die Gastronomen sind sauer: „Es macht keinen Spaß mehr“! Mario Vegliante vom italienischen Restaurant Fellini muss zurzeit rund 60 Prozent Umsatzverlust verkraften, 350 Absagen hatte er im Dezember, von seinen auf 40 Prozent reduzierten Tischen, sind viele nicht besetzt. „Lange halte ich das nicht mehr durch“, klagt er. „Meine Ersparnisse sind fast zu Ende“. Die Dehoga versucht im Dialog mit der Stadtverwaltung gegenzusteuern, will nicht nur Mitgliedsunternehmen vertreten, sondern auch vermitteln, wie der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Torsten Stump erklärt. „Wir werben innerhalb unseres Verbandes um Verständnis für die Corona-Vorgaben, indem wir beraten, erklären und erläutern. Der wirtschaftliche Druck auf uns Gastronomen ist gewaltig.

Existenzängste

Vielen bricht mit den Gästen, Umsätzen und Mitarbeitenden schlichtweg die Lebensgrundlage weg. Existenzängste dominieren unsere Branche“. Dazu kämen Unsicherheiten bei den Gästen über das Regel-Chaos bei 2G Plus, heißt es bei der Dehoga. Vollständig geimpft oder genesen und trotzdem braucht der Gast noch einen Test. Um überleben zu können, weichen viele Gastronomen auf die 70-Prozent-Auslastung aus. Damit reicht auch 2G für den Besuch z. B. eines Restaurants. „Dazu müssen allerdings 1,5 Meter Abstand gehalten werden; von Person zu Person und vor, hinter, rechts und links der Tische“, so Dehoga-Vorstandsmitglied Bianka Trenthammer. „Bei vielen Kollegen, ist dafür gar nicht genug Platz vorhanden“, kritisiert die Gastronomin, die selbst ein Restaurant betreibt.

Das ist keine Hilfe

Das Personal könne auch nicht mit nur 70 Prozent abgespeist werden, sagt sie. Die meisten Aushilfen seien sowieso schon längst weg. In der Branche habe man Angst, fürchte um seinen Job. Nicht zuletzt, weil jetzt auch noch die Winterruhe über den 2. Februar hinaus verlängert worden sei – Ende offen! Corona-Hilfen? Mario vom Fellini winkt ab:

„Was soll das“? Er habe keine Hilfsgelder mehr beantragt, nachdem publik wurde, dass selbst die ersten 9.000 Euro, die eigentlich, laut Versprechen der Politik, nicht zurückgezahlt werden sollten, nun doch zurückgefordert würden. „Was die Politiker vorne geben, müssen wir hinten wieder zurückzahlen. Jeder Cent, den wir bekommen, auch die Hilfen von der Stadt Wilhelmshaven, wird als Einkommen gerechnet und muss über die Steuer wieder zurückgezahlt werden. Das ist keine Hilfe“, kritisiert er. Steuererleichterungen müsste es geben. Der Hebesatz der Gewerbesteuer in Wilhelmshaven könnte gesenkt werden. Das würde vielleicht helfen. „Aber am Ende müssen wir doch alleine klar kommen“, resigniert der Fellini-Chef, dem allmählich die Motivation verlässt. 51,5 Prozent Umsatzeinbruch in der ersten Januarhälfte in Niedersachsen im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019, die INTERNORGA wurde verschoben „und sobald Gesundheitsminister Lauterbach den Mund aufmacht, bleiben noch mehr Gäste weg“, so Mario verärgert.

Immer neue Regeln

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Ein Drama, auch für viele Kneipenbesitzer in Wilhelmshaven. Am Börsenplatz ist im Januar zwar immer weniger los, aber die derzeitigen Umsatzeinbrüche bringen so manchen an den Rand der Insolvenz. „Wovon sollen wir denn eigentlich die Corona-Hilfen zurückzahlen“, so ein Kneipenbesitzer, der lieber nicht genannt werden will. Laut Bianka Trenthammer müssen die Gastronomen auch die höheren Preise für Getränke und Waren auf die Gäste umlegen.

Für Frust und zusätzliche Kosten sorgen zudem die ständigen Kontrollen der Impfzertifikate. Jeden Tag neue Regeln, die, teils erst wenige Stunden vor Inkrafttreten bekannt gegeben werden, sorgen für Unmut bei Gästen und Gastronomen gleichermaßen. „Den Vertrauensvorschuss, den wir uns zum Teil jahrzehntelang hart erarbeitet haben, sehen wir leider schwinden“, so Bianka Trenthammer.

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