Wilhelmshaven - Schlechte Nachrichten für Kleingärtner am Banter See: Oliver Leinert, Geschäftsführer des städtischen Eigenbetriebs Grundstücke und Gebäude (GGS), will dort, wo Gefahr im Verzug ist, Missstände umgehend beseitigen.

Wie berichtet, haben sich der größte Teil der Kleingärtner am Banter See bei der Bebauung ihrer Parzellen nicht an die gesetzlichen Bestimmungen gehalten. Dort, wo illegal errichtete Gebäude eine Gefahr für die Sicherheit darstellen, müssen diese sofort zurückgebaut werden. Man könne damit nicht warten, bis 2017 ohnehin der Pachtvertrag zwischen Stadt und Kleingartenverein ausläuft, sagte Leinert gestern im GGS-Betriebsausschuss des Rates der Stadt.

Die Kleingärtner haben den Stein selbst ins Rollen gebracht, verteidigte der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Hellwig das Vorgehen. Eine Nachbarschaftsstreitigkeit hatte vor Jahren das Bauamt auf den Plan gerufen. Damit sind die Rechtsverstöße erst aktenkundig geworden. Hellwig: Wenn nun etwas passiert, kann sich die Stadt nicht mehr herausreden, nach dem Motto: Wir haben nichts gewusst.

Leinert will trotzdem nicht, wie Ratsherr Peter Debring (SPD) befürchtete, den großen Sheriff losmarschieren lassen. Man wolle angemessen reagieren, so der GGS-Chef. Man werde genau hinschauen, was genehmigt werden kann und was nicht. Häuser, von denen keine Gefahr ausgehe, werde man dulden bis ein Interessent da ist.

Die Stadt will einen Bebauungsplan auflegen, der dort, wo jetzt noch Kleingärten sind, Wohnbebauung zulässt. Bisher gibt es dafür keinen Interessenten.


Offen ist dabei offenbar noch, wer gegebenenfalls den Rückbau der Lauben oder von illegal errichteten Steganlagen bezahlt. Der Verursacher - also die Kleingärtner - oder die Stadt. Immerhin gab es Nachlässigkeiten auf beiden Seiten, wie Ratsherr Horst Dieter Walzner (Freie Wähler) feststellte. Speziell im Bereich des Opa-Wenzel-Weges sei erheblich in den See hineingebaut worden, erklärte Leinert - alles ohne Genehmigung.

Für mehr Klarheit sorgen könnte ein Konzept zur Zukunft des Areals am Banter See. Wenn es nach Debring geht, müsste darin auch festgelegt werden, welche Häuser zurückgebaut werden müssen und wo die Stadt Ermessensspielraum hat, um den Eigentümern entgegen zu kommen.

Die Attraktivität der Lage steht und fällt mit der Wasserqualität im Banter See. Und da verspricht Leinert jetzt Abhilfe. Nach der Sommerpause soll der Rat den Planfeststellungsbeschluss fassen, der die Öffnung des Grodendamms zum Ziel hat. Gutachter Dr. Helmut Manzenrieder hatte die Maßnahme als eine Möglichkeit benannt, um der alljährlichen Blaualgenblüte Herr zu werden. Eine Erfolgsgarantie wollte er dafür aber nicht geben.