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Vom Gefängnis zum Ehrenamt Gefangene vollbringen eine gute Tat im Wiesenhof

Stephan giesers

Wilhelmshaven - Wenn sich Mitarbeiterinnen des Familienzentrums West auf den Weg durch die Stadtteile machen, dann schwingen sie sich auf das eigene Lastenfahrrad. Anschließend kommt das auffällige Gefährt zurück in den Schuppen, der von Jugendlichen aus der Beka-Jugendwerkstatt eigens dafür gezimmert wurde.

Hilfe der Gefangenen löst ein Problem

Doch es gab ein Problem: Der Weg zum Schuppen war nicht gepflastert. Das gehört inzwischen dank eines besonderen ehrenamtlichen Engagements der Vergangenheit an: Gefangene im offenen Vollzug der Wilhelmshavener Abteilung der Justizvollzugsanstalt Oldenburg haben tatkräftig angepackt, Erde geschleppt, Steinplatten verlegt – und so den Weg für eine engere Zusammenarbeit zwischen JVA und Familienzentrum geebnet. „Die Unterstützung war einfach großartig“, sagt Gabi Willich vom Familienzentrum und freut sich zugleich, dass die Männer auf diesem Wege das Familienzentrum kennengelernt haben. Beratungsangebote und Unterstützung könnten ihnen schließlich auf dem weiteren Weg der Resozialisierung noch eine große Hilfe sein.

Kooperation durch Zufall entstanden

Männer aus der JVA packen indes nicht das erste Mal ehrenamtlich mit an, sie nehmen häufig an sozialen Projekten teil. Organisiert werden die Maßnahmen von Klaus-Dieter Jansen. Der Justizvollzugsbeamte ist zuständig für den Bereich Arbeit, Bildung und Sport. Seit gut zehn Jahren stellt er ehrenamtliche Projekte auf die Beine – immer im Sinne der Resozialisierung. So helfen Gefangene der JVA unter anderem als Streckenposten beim Gorch-Fock-Marathon aus.

Der Kontakt zum Familienzentrum entstand indessen beinahe zufällig: Jansen kommt häufiger an der Einrichtung im Wiesenhof vorbei, klopfte eines Tages an der Tür. Sein Ziel: Alte Fahrräder anbieten, die er mit Häftlingen in der JVA-Fahrradwerkstatt auf Vordermann gebracht hat. Fahrräder konnte das Familienzentrum nicht gebrauchen, dafür aber Reparaturen an den vorhandenen Rädern. Und so landeten die Drahtesel auch schon im Transporter von Jansen. Schon am nächsten Tag brachte er die Fahrräder zurück und bekam von Willich den holprigen Weg zum Schuppen gezeigt.

So ist die Kooperation zwischen JVA und Familienzentrum entstanden, die das Team des Familienzentrums gar in den „Knast“ führte – für einen Gegenbesuch. „Eine wichtige Erfahrung“, sagt Willich, die sich auf weitere Projekte freut.


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