Wilhelmshaven - Der Wilhelmshavener Energieversorger GEW hat gestern eine gute und eine schlechte Nachricht für seine Kunden verbreitet. Die gute zuerst: Zum 1. Januar sinkt der Erdgaspreis. Strom wird allerdings teurer. Unter dem Strich, so sagte gestern GEW-Geschäftsführer Josef Thomann, dürften sich Be- und Entlastungen für viele Haushalte nahezu aufheben.

Mit Blick auf die Anhebung der EEG-Umlage zur Finanzierung regenerativer Energien und steigende Strompreise an den Handelsmärkten haben bereits eine Reihe von Energieversorger eine Anpassung ihrer Strompreise angekündigt. GEW wird in der Grundversorgung (Haven-strom basis) den Arbeitspreis je Kilowattstunde von 28,66 auf 29,20 Cent anheben. Darüber hinaus steigt der monatliche Leistungspreis von 4,58 auf 7 Euro. Hierdurch werden nach GEW-Angaben steigende Grundpreise für die Netzentgelte abgedeckt.

Für einen Haushalt mit einem Strom-Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden hat GEW in der Summe eine finanzielle Mehrbelastung von 42,54 Euro im Jahr errechnet. Bei einem Verbrauch von 4500 kWh schlägt die Erhöhung mit 68,25 Euro zu Buche.

Kai Rückstein, bei der GEW Bereichsleiter Vertrieb, weist darauf hin, dass der Versorger, der mehrheitlich der Stadt gehört, neben dem Basistarif auch Sondertarife mit günstigeren Preisen anbietet. Damit die Belastung in der Energiekasse der Kunden möglichst gering ausfällt, habe man sich entschieden, zeitgleich mit der Strompreiserhöhung die Erdgaspreise zu senken – also ebenfalls zum 1. Januar, mitten in der Heizperiode.

Für Erdgas sinkt im Basistarif der Preis je Kilowattstunde von 8,91 auf 8,65 Cent. Der monatliche Leistungspreis wird zeitgleich von 1,98 auf 2 Euro aufgerundet. In der Summe spare ein Haushalt mit einem Erdgasverbrauch von 17 500 Kilowattstunden 41,53 Euro im Jahr, bei einem Verbrauch von 25 000 kWh 57,68 Euro. Auch hier bietet GEW Sondertarife an.


Auch der Grundpreis für das Erdgasnetz ist gestiegen. GEW sei es aber gelungen, so Rückstein, Erdgas zu günstigen Konditionen an den Energiebörsen einzukaufen. Der dadurch gewonnene Spielraum werde jetzt wie schon 2016, als der Preis um sechs Prozent gesenkt wurde, an die Kunden weitergegeben.

Insgesamt, so Thomann, gehe der Anteil an den Energiepreisen, den GEW beeinflussen kann, immer weiter zurück. Beim Erdgas liege der Preisanteil, den GEW mitgestaltet, noch bei 50 Prozent, beim Strom nur noch bei 29 Prozent.