Wilhelmshaven - Das erste große Sommerfest in der Stadt feierten die Teilnehmer der Mai-Kundgebung des Wilhelmshavener Stadtverbandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die Mitgliedsgewerkschaften, Vereine und Organisationen, insgesamt 30 an der Zahl, beteiligten sich mit Informations- und Essensständen. Bei schönstem Sonnenschein war der Zulauf sehr gut, örtliche Politiker bis hin zum Bundestagsabgeordneten Hans-Werner Kammer (CDU) fanden sich ein.

An die Politik richtete sich der ernste Hintergrund der Veranstaltung. DGB-Stadtverbandsvorsitzender Axel Opitz gab die Losung der Gewerkschaften mit Blick auf die Bundestagswahl aus: Wir fordern gute Arbeit, sichere Renten und ein soziales Europa.

Klaus Lindner, Verdi-Fachgruppenleiter für Hafenwirtschaft, stellte als Hauptredner fest, dass die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der vergangenen Jahre einen Prozess der Entwürdigung arbeitender Menschen in Gang gesetzt habe. Es werde Klassenkampf von oben betrieben. Der Arbeitsmarkt sei tief gespalten zwischen jenen Arbeitnehmern mit festen Arbeitsverhältnissen und solchen in prekären. Der Kündigungsschutz auch in kleinen Betrieben müsse wieder verbessert werden. Der Erhalt der Mitbestimmung, Lohn- und Gehaltszuwächse, die eine gerechte Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg ermöglichten und ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro stünden bei den Forderungen der Gewerkschaften obenan.

Hartmut Siefken
Hartmut Siefken Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung