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Forschung an der Küste Wilhelmshaven gibt Kampf um Titel „Wissenschaftsstadt“ nicht auf

Ein Beispiel für Forschung, die mit der Jadestadt verbunden ist: Ein Labor auf dem Forschungsschiff „Sonne“, dessen Heimathafen Wilhelmshaven ist.

Ein Beispiel für Forschung, die mit der Jadestadt verbunden ist: Ein Labor auf dem Forschungsschiff „Sonne“, dessen Heimathafen Wilhelmshaven ist.

dpa

Wilhelmshaven - Wilhelmshaven will nicht die Flinte ins Korn werfen und weiter für den Titel „Wissenschaftsstadt“ kämpfen, auch wenn das zuständige Landesinnenministerium mitgeteilt hatte, dass es gedenkt, den Antrag abzulehnen.

Aber endgültig ist die Entscheidung noch nicht gefallen, denn die Stadt hat noch bis 7. Juli Zeit, sich erneut zu äußern, bevor es zur endgültigen Ablehnung kommt. Diese Antwort ist bereits in der Umsetzung und Wilhelmshavens Wirtschaftsförderer Alexander Leonhardt, dessen Team schon den ursprünglichen Antrag stellt, sieht „gute Chancen, dass es doch noch klappt“.

In Bayern wäre Wilhelmshaven Wissenschaftsstadt

Das Land hatte in seiner Begründung mitgeteilt, dass Wilhelmshaven im Vergleich zu historischen Universitätsstädten wie etwa Hannover, Göttingen oder Osnabrück nicht signifikant heraussticht. „Wir können das so nicht stehen lassen“, sagt Leonhardt, denn das sei zumindest in anderen Bundesländern gar kein Kriterium für den Titel Wissenschaftsstadt. Dieser wird in der Regel an Städte verliehen, die besonders renommierte Forschungseinrichtungen auch außerhalb von Universitäten haben. Von diesen gibt es in Wilhelmshaven einige, etwa die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, das Institut für Vogelforschung oder das Institut für Chemie und Biologie des Meeres. In Bayern gibt es mit Fürth, Straubing und Burghausen vergleichbare offizielle Wissenschaftsstädte, die sich durch ihre Forschungseinrichtungen und nicht durch ihre Historie als Universitätsstandort auszeichnen. Leonhardt betont, man wolle deshalb auch den gesamtdeutschen Vergleich ziehen, auch wenn die Verleihung des Titels Ländersache ist. Genau darauf pocht auch das Landesinnenministerium. Auf die Frage der Wilhelmshavener Zeitung, warum das Ministerium so ganz andere Kriterien hat, als die bayrischen Kollegen, heißt es: „Da es sich hier um Landesrecht handelt, hat jedes Bundesland seine eigenen Regelungen und Kriterien für die Verleihung von Bezeichnungen. Für Niedersachsen hat eine interministerielle Arbeitsgruppe Kriterien entwickelt, um eine im oben dargestellten Rahmen einheitliche Verleihung von Bezeichnungen zu gewährleisten“, so eine Sprecherin des Ministeriums. Zu den Regelungen und Vorgehensweisen anderer Länder äußere sich die Landesregierung hingegen generell nicht.

Das Ministerium betonte, das der Titel „Wissenschaftsstadt“ nur nach engen Kriterien an wenige Kommunen verliehen werden soll, die sich besonders im Sinne der Bezeichnung auszeichnen. Die Stadt müsse sich dabei auch besonders im Vergleich zu anderen niedersächsischen Kommunen hervorheben. Diese Kriterien gelten in Niedersachsen auch (entsprechend angewandt) für andere Bezeichnungen wie „Universitätsstadt“ oder „Hansestadt“, so die Sprecherin weiter.

Ratsherr fordert erneuten Anlauf

Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) hatte in der vergangenen Woche im Rat die schlechte Nachricht vom Landesinnenministerium überbracht. Feist war sichtlich enttäuscht über die Mitteilung des Ministeriums: „Die Kriterien haben ja einen rein historischen Bezug. Natürlich kann eine 150 Jahre alte Stadt wie Wilhelmshaven nicht mit einem jahrhundertealten Universitätsstandort wie Göttingen mithalten“, so der Oberbürgermeister.


SPD-Ratsherr Detlef Schön plädierte in der Sitzung dafür, es trotzdem noch mal zu versuchen. Der gesamte Rat und auch die Bundes- und Landtagsabgeordneten sollten sich noch mal für Wilhelmshaven als Wissenschaftsstadt stark machen. Genau so könnte es nun laufen: „Das ist der richtige Weg“, ist auch Wirtschaftsförderer Leonhardt überzeugt. „Ich würde mir wünschen, dass der Oberbürgermeister noch mal auf die Fraktionen und Abgeordneten zugeht und wir es noch mal alle gemeinsam versuchen.“

Suntke Pendzich
Suntke Pendzich Redaktionsleitung, Wilhelmshavener Zeitung
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