Wilhelmshaven/Hannover - Diesen Ausflug vergessen einige Dritt- und Viertklässler der Grundschule Sengwarden so schnell wohl nicht mehr: Am Samstag durften sie in Hannover auf der IdeenExpo 2022 ihre Ideen und Forschungsansätze vor einer Jury sowie mehreren Hunderttausend Besuchern präsentieren.
Ihr Vorfreude und Aufregung auf diesen Tag spürten einige von ihnen deutlich: „Ich bin am Anreisetag schon morgens um 4 Uhr wach gewesen“, erzählt einer der kleinen Teilnehmer.
Grundschule gehört zu ausgesuchtem Kreis
Bundesweit wurden 23 sogenannte Ideenfang-Projekte in die niedersächsische Landeshauptstadt vorgestellt – darunter eben auch die der Sengwarder Kinder, die nur eine von insgesamt drei Grundschulen abbildeten. „Es hat so viel Spaß gemacht. Ich möchte auch beim nächsten Mal wieder dabei sein“, sagt Deik und erhielt dabei komplette Zustimmung seiner Mitstreiter.
Und damit hat die Teilnahme genau das Ziel erreicht, welches die IdeenExpo verfolgt: Junge Menschen für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern – und Fachkräfte für die MINT-Bereiche zu gewinnen. Daher wurde diese Mitmach- und Erlebnisveranstaltung im Jahr 2007 ins Leben gerufen, die alle zwei Jahre stattfindet.
Viele Gedanken zu Mikroplastik
Als Teil einer Nachmittags-AG setzten sich die Dritt- und Viertklässler in den vergangenen Monaten mit dem Thema Mikroplastik auseinander und erarbeiteten dabei Lösungsansätze, wie man es verhindern kann. Dabei lernten sie unter anderem auch, das eine Plastikflasche im Meer rund 450 Jahre benötigt, ehe sie zersetzt ist. „Und das Mikroplastik wird auch noch von den Tieren gegessen oder sie verfangen sich in dem Müll“, weiß eine Schülerin zu berichten.
Anhand verschiedener Stationen stellten die Grundschüler ihre Ansätze auf der IdeenExpo, die unter dem Motto „Mach doch einfach“ stand, vor – vom Glücksrad drehen, um Fragen beantworten zu müssen, über Mikroplastik aus einem Wasserkübel fischen bis hin zur Herstellung von Bioplastik. „Dafür werden 250 Milliliter Milch und zwei Esslöffel Essig benötigt“, erzählt eine weitere Schülerin. Das Ergebnis erinnert an einen Salzteig, der Klumpen wird steinhart.
Fachkundige Projekt-Begleitung
Begleitet wurde das Projekt von Dr. Wiebke Endres, MINT-Lehrerin und Koordinatorin am Neuen Gymnasium Wilhelmshaven, sowie den Grundschullehrerinnen Ilona Wendt und Wiebke Eckert. Grundschulleiterin Ute Schürmann dankte ihnen sowie den Kooperationspartnern.
Zugleich zeigte sie sich selbst von der Begeisterung der Kinder für dieses Projekt erfreut. „Für uns ist es extrem schön zu sehen, wie sie sich mit der Thematik befasst haben, aus einer kleinen Idee etwas großes geworden ist. Und auch in Hannover haben sie sich und ihre erarbeiteten Ansätze ganz toll präsentiert und mit vielen Menschen darüber gesprochen. Für uns steht fest: Das war ein voller Erfolg und wir möchten auch in zwei Jahren wieder mitwirken.“
