Wilhelmshaven/Hannover - Nun auch in Wilhelmshaven: in der Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst kommt es seit Wochen immer wieder zu Warnstreiks und unterschiedlichsten Aktionen. Am Donnerstag rief die Gewerkschaft „Verdi“ Beschäftigte der Stadtverwaltung, des Marinearsenals und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung zu einem ganztägigen Warnstreik auf.
Dazu versammelten sich laut Angaben der Gewerkschaft rund 100 Teilnehmer auf dem Rathausplatz. Der eigentlich geplante Fahrradkorso zum Arsenal und zum hiesigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt fiel coronabedingt aus. Die Gewerkschaft fordert eine Entgelterhöhung um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro sowie 100 Euro mehr für Auszubildende.
Arbeitszeiten in Ost und West angleichen
Wie wichtig der öffentliche Dienst für die Daseinsvorsorge ist, wird in der Coronakrise nochmals deutlich, so der zuständige Gewerkschaftssekretär Jürgen Jakobs. Die Beschäftigten in Bund und Kommunen hielten mit ihrer Arbeit das Land zusammen. Für ein funktionierendes Gemeinwesen seien die Beschäftigten im öffentlichen Dienst unerlässlich.
„Im Lockdown haben die Kollegen alles gegeben, damit der Laden läuft. Dafür wurden sie beklatscht und bejubelt. Auch jetzt sorgen sie dafür, dass der Staat seinen Aufgaben in der Pandemie gerecht wird. Das muss anerkannt werden“, so Jürgen Jakobs.
Die Gewerkschaft erwartet von den Arbeitgebern zudem, dass die Arbeitszeiten in Ost und West 30 Jahre nach der Wiedervereinigung endlich angeglichen werden und die gesonderten Verhandlungen im Bereich des Gesundheitswesens und der Sparkassen den besonderen Einsatz der Beschäftigten würdigend berücksichtigen.
„Applaus alleine macht nicht satt“
„Es ist an der Zeit, die Leistung der Beschäftigten anzuerkennen. Applaus alleine macht nicht satt“, so Jakobs. Bislang hätten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Es sind nur Gegenforderungen erhoben worden, die in Gehaltskürzungen münden. Am 22. und 23. Oktober soll wieder verhandelt werden.
Am Donnerstag wurde vielerorts in Niedersachsen und Hamburg gestreikt. In Hannover blieben die städtischen Kindertagesstätten dicht, in der Region um die Landeshauptstadt herum wurde der Müll nicht abgeholt, auch Wertstoffhöfe und Deponien eines Entsorgers blieben zu.
