Wilhelmshaven - Schortens/kar - Alles begann mit alten Akten, die Karin Toben von ihrer Mutter geerbt hatte. Darin waren unter anderem Dokumente über ihren Großvater Karl Gerhäuser, der, obwohl gebürtiger Franke, nach dem Zweiten Weltkrieg Bühnenleiter der Volksbühne Oestringen war. Diesen Fund bot Karin Toben Anfang dieses Jahres Rudi Rabe vom Heimatverein Schortens an, der die Initialzündung zum jetzt vorgestellten, Buch und#132;Das höchste der Gefühle - ist ein Mädchen aus Heidmühleund#147; wurde.
Autoren sind neben Toben und Rabe Ilse Detjen, Alfred Amman, Horst Janßen, Otto Meins und Georg Schwitters.
Rudi Rabe erklärte den rund 130 und#132;Heimatfreunden und erwartungsvollen Bucherwerbernund#147; im Schortenser Bürgerhaus die Entstehungsgeschichte des Buches wie die eines Hauses, bei dem sich aus Plänen innerhalb eines halben Jahres ein fertiges Werk entwickelt habe. Heidmühle als Ortsname sei nach 1945 schrittweise aus Urkunden und Siegeln verschwunden. Der Heimatvereinsvorstand war sofort einverstanden, Herausgeber einer Dokumentation zu werden, die und#132;für die Nachwelt Fakten festhältund#147;.
Die Autoren suchten Personen, die zu bekannten Persönlichkeiten wie Pastor Gerhard Aden und Hein Detjen, zu Firmen wie Hasenkamp oder E.W.Hayen und zu Ereignissen wie dem Zweiten Weltkrieg oder dem Kramermarkt Auskunft geben konnten. Für das Buch wurden rund 600 Fotos eingescant und digital gespeichert und es wurde Kontakt zu etwa 200 Personen bis nach Plauen aufgenommen. Das Buch liegt in einer Auflage von 1000 Stück vor; 100 sind gleich am ersten Abend verkauft worden.
Rabe, Toben und Janßen gaben im Wechsel mit musikalischen Beiträgen des Bandoneonspielers Rocco Boness und des Gemischten Chores Schortens Kostproben ihrer Texte. Karin Toben erinnerte an Heidmühler Lehrer und an Pastor Aden sowie an Hebammen und Bestatter in der selben Familie. Horst Janßen ließ Bombennächte Revue passieren und ebenso die Kletterei auf Bunkerruinen nach Kriegsende. Von Rudi Rabe erfuhren die Anwesenden unter anderem von der Biberzucht der Familie Niemann.
Bis auf Georg Schwitters schrieben alle Autoren auf Hochdeutsch und beschränkten das Plattdeutsche auf Zitate und Spitznamen. Schwitters führte das darauf zurück, dass Heidmühle früh im 20. Jahrhundert ein und#132;Schmelztiegel von Immigrantenund#147; gewesen sei.
