Wilhelmshaven - Nach der Eindeichung auf Geheiß der Anhalt-Zerbster Landesherren gab es im Friedrich-Augustengroden im Nordwesten der Gemeinde Wangerland bald danach ab 1767 Landwirtschaft. Der Hof, den Enno Ortgies dort in mittlerweile siebenter Generation bewirtschaftet, ist nach Misch- und zeitweiligem Milchviehbetrieb inzwischen jedoch einer von 600 deutschen Betrieben, die sich der Putenmast widmen.
Mit etwa 20 000 Tierplätzen in drei Ställen zählt der Betrieb des Diplomingenieurs der Agrarwissenschaften zu den durchschnittlich großen. Die Genehmigungsverfahren für den Bau zogen sich allerdings wegen etlicher Widerstände über fünf Jahre hin, so dass erst 2005 mit der Aufzucht und der Weitermast begonnen konnte.
Die Entscheidung zwischen Hähnchen- oder Putenmast hatte er sich dabei nicht leicht gemacht. Die Arbeitsweise ist recht unterschiedlich, so haben Hähnchen eine Durchlaufzeit von nur rund sieben Wochen und machen auch weniger Arbeit. Dennoch waren Ortgies die Puten lieber, die arbeitsintensiver sind, was allerdings auch honoriert wird. Dafür hat er das volle System eingerichtet mit einem Aufzuchtstall für Küken und Hennen sowie zwei für Truthähne.
Die Belieferung mit Küken erfolgt aus der Brüterei Katzfehn bei Oldenburg, im Stall aber wird umgehend eine Geschlechtertrennung vorgenommen. Handsortiert gehe das mit 99-iger Genauigkeit.
Wenn solch eine Lieferung kommt, muss der Stall auf 38 Grad vorgewärmt und mit frischem Futter und Wasser versehen sein. Gewissermaßen Mutterpflichten sind dann erforderlich, denn den ungelernten Küken müsse man sogar das Fressen beibringen, indem man sie in den ersten Tagen alle paar Stunden dazu anregt.
