WILHELMSHAVEN - Es hat nicht viel gefehlt und Fabian Klische hätte sich als neues Orakel von Heidmühle titulieren dürfen. 'Pass auf, 93. macht Faßhauer das 3:2, den hat man das ganze Spiel über nicht gesehen, den hat gerade keiner auf der Rechnung', raunte er kurz vor dem Ende der offiziellen Spielzeit Ersatztorhüter Mario Popken ins Ohr. Es war jedoch schon die zweite Minute der Nachspielzeit, die die Bezirksliga-Fußballer des Heidmühler FC und deren Fans in einen kollektiven Jubelsturm ausbrechen ließ. Die gesamte Bank der Heidmühler stürmte über den Platz und begrub einen Spieler unter sich, der gerade den entscheidenden Treffer im Spitzenspiel gegen den SV Wilhelmshaven markiert hatte. Ganz unten lag allerdings nicht Niklas Faßhauer. Der Glückspilz, dessen Kopfballbogenlampe sich in den Winkel des SVW-Tores gesenkt hatte , hieß Keno Siebert - und es war nicht dessen erster Streich am Sonntagnachmittag gewesen. Klische wird es herzlich egal gewesen sein. Die Rothemden hatten ihren ersten Platz in der Liga gegen den bislang ärgsten Konkurrenten verteidigt und den Vorsprung sogar auf vier Punkte anwachsen lassen.
Die Kulisse im Jadestadion in Wilhelmshaven war eines Spitzenspiels mehr als würdig. 812 Zuschauer, so viele wie seit besseren Regionalliga-Zeiten nicht mehr, hatten den Weg in die Spielstätte angetreten, auf deren Rasen kaum Spitzenfußball zu erwarten war. Der Rasen zu lang, das Geläuf holprig - kein Vergnügen für spielfreudige Mannschaften. Die beiden Teams machten das allerdings mit Engagement und Kampfeswille wett, wobei der Gastgeber den deutlich besseren Start in die Partie erwischte. 'Da haben die jungen Leute Lehrgeld gezahlt', stellte HFC-Trainer Hans-Jürgen Immerthal nach dem Spiel fest. Wer sonst, als Wilhelmshavens Top-Torjäger Robert Plichta, legte mit zwei Treffern innerhalb von vier Minuten zur verdienten Führung für die Jadestädter vor (32., 36.). Die Heidmühler waren sichtlich geschockt und hätten beinahe noch vor der Halbzeitpause den dritten Treffer kassiert. SVW-Trainer Lars Klümper forderte vehement einen Strafstoß, doch der Unparteiische Eike-Frank Decker ließ weiterspielen. 'Das war mir noch nicht genug', erklärte der Mann in Schwarz nach der Partie zu seiner Entscheidung.
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