WILHELMSHAVEN/HöRNUM - WILHELMSHAVEN/HÖRNUM/LR - Auf den Namen „Horst Heiner Kneten“ ist ein neues Seenotrettungsboot der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) getauft worden. Es ist in Hörnum auf Sylt stationiert.
Taufpatin des neuen Bootes war die Wilhelmshavenerin Gerda Frisch, Cousine des verstorbenen Ingenieurs Horst Heiner Kneten aus Wilhelmshaven. Sie wünschte der ehrenamtlich tätigen Besatzung des Bootes unter der Leitung von Vormann Michael Heinzius „allzeit gute Fahrt und stets eine glückliche Heimkehr“.
Mit der Namengebung erinnert die DGzRS an den langjährigen Förderer, den Ingenieur Horst Heiner Kneten, der 2004 gestorben war und das Seenotrettungswerk in seinem Testament bedacht hatte. Der 1934 geborene Wilhelmshavener war lange Jahre im Ausland tätig, bevor er in seine Geburtsstadt zurückkehrte.
Seine enge Verbindung zur DGzRS entstand nach einem Seenotfall mit einer Segelyacht, bei dem Kneten mit zwei Freunden von der Besatzung eines Seenotkreuzers gerettet wurde. In seinem Testament setzte er die Seenotretter als Alleinerben ein – mit den Worten: „. . . somit kann ich dereinst meinen Dank abstatten.“
Kneten wurde bei einem Unfall schwer verletzt und bedurfte in den letzten Jahren der Pflege und Betreuung durch seine Cousine Gerda Frisch. Sie fuhr ihn auf eigenen Wunsch oft nach Hooksiel, wo er im Hafen den Seenotkreuzer „Vormann Steffens“ an seinem Liegeplatz beobachtete.
Michael Grobien, Vorsitzer der DGzRS, ging in seiner Rede auf die Geschichte der Station Hörnum ein, die in den Unterlagen des Seenotrettungswerks erstmals 1937 genannt wird. Zuletzt war hier die „Hertha Jeep“ (Baujahr 1999) stationiert, die jetzt nach Stralsund in die Ostsee verlegt wird.
Das neue Seenotrettungsboot „Horst Heiner Kneten“, das auf der bewährten 9,5-Meter-Klasse basiert, wurde um zwei Spantenlängen auf 10,10 Meter verlängert. Es verfügt bei einer Breite von 3,16 Metern über einen geschlossenen, sehr geräumigen Aufbau. Dank des geringen Tiefgangs von nur 96 Zentimetern eignet sich das neue Boot für Flachwassereinsätze im Küstenbereich, kann aber auch bei extrem schweren Wetterlagen und Seegangssituationen sicher manövrieren. Der 320 PS starke Turbodieselmotor bringt es auf eine Geschwindigkeit von 18 Knoten (über 33 km/h).
Die „Horst Heiner Kneten“ ist – wie bei der DGzRS üblich – als Selbstaufrichter konstruiert und übersteht eine komplette Durchkenterung. Der Bau erfolgte durch die Schiffs- und Bootswerft Fr. Fassmer in Berne (Niedersachsen) an der Unterweser.
