Wilhelmshaven - Gleich zu Anfang des Jubiläumsjahres 2013 kann das vor 75 Jahren gegründete Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung (NihK) in Wilhelmshaven mit einem besonderen Beitrag zur Landschafts- und Siedlungsgeschichte aufwarten. Es gibt mit den Autoren Lutz Volmer und W. Haio Zimmermann ein Glossar heraus, das nahezu 900 Begriffe zum prähistorischen und historischen Bau von Holzhäusern in neun europäischen Sprachen wiedergibt.

Der 482 Seiten starke Band kann als buchstäbliches Schwergewicht gelten, sowohl auf der Waage mit seinen knapp 500 Seiten im großen Format, als auch in internationalen Fachkreisen von Archäologen und Bauforschern. Es komme wohl alle hundert Jahre nur einmal vor, dass Experten sich an den Versuch eines solchen Glossars machten, sagte gestern bei der Vorstellung im NihK Dr. Bert Wiegel, Geschäftsführer des westfälischen Fachverlags Marie Leidorf, bei dem das Buch (59,80 Euro) erschienen ist. Die Kapitel reichen von den Gebäudebegriffen über die Dachkonstruktionen und Holzverbindungen bis hin zu Ausbauteilen, Bauholz und Holzbearbeitung

Die Sisyphos-Arbeit hatte denn auch ihren Ursprung bereits 1987, als der spätere NihK-Leiter Prof. Dr. Zimmermann sich auf einer Tagung der European Science Foundation im dänischen Aarhus an die Babylonische Sprachverwirrung erinnert fühlte. Archäologen und Bauforscher hatten nicht nur sprachliche Verständigungsprobleme, sondern auch noch verschiedene Bezeichnungen für gleiche Dinge. Da blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Gemeinte zu zeichnen, erläuterte Zimmermann gestern seine Initiative, dazu beizutragen, dass Babylon uns nicht weiter verfolgt. Zunächst entstand unter seiner Beteiligung ein fünfsprachiges Glossar mit 230 Begriffen.

Am großen Wurf, der nun auch noch stehende Bauten einschließt, arbeiteten fortan viele Köpfe und Hände mit, inhaltlich profitierend durch das von Zimmermann als Präsident des Ruralia-Verbandes der Archäologen geknüpfte Netzwerk, finanziell unterstützt von der EWE-Stiftung und der Barthel-Stiftung. Den Buchdruck förderten die Gerd Möller-Stiftung sowie das Land Niedersachsen.