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Projekt für Grundschüler In fünf Tagen soll eine neue Band entstehen

Wilhelmshaven - „Kultur macht stark“ heißt ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es unterstützt außerschulische Projekte der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Das passte perfekt zu einer Idee, die zu Jahresbeginn in der Musikschule entwickelt wurde: ein kostenfreies Sommerferienprojekt für Kinder aus sozial schwachen Familien. Wichtige Voraussetzung für die Förderung ist eine lokale Bildungspartnerschaft aus mindestens drei Partnern.

Doch die waren schnell gefunden. Mit ins Boot holte Katharina Sapozhnikov, die Leiterin der Musikschule (und des Projektes), Ralf Lübke als Musikpädagogen und Kateryna Kanke, die als Freiberuflerin an der Musikschule elementare Musikpädagogik unterrichtet. „Beide werden als Honorardozenten verpflichtet“, erklärt die Leiterin.

Hafenschule und Grundschule Stadtmitte nehmen Teil

Inhaltlich lasse „Kultur macht stark“ den Initiatoren freie Hand. „Unsere Idee war, Dritt- und Viertklässler von sogenannten Brennpunktschulen die Möglichkeit zu geben, sich mit Band-Instrumenten zu beschäftigen und gleichzeitig ein gemeinsames Ziel anzusteuern, damit am Ende etwas dabei herauskommt.“ Besagtes Ziel sollte ein Konzert für die Eltern sein. Sollte, doch dann kam Corona und warf viele Planungen einfach über den Haufen.

Bei den Schulen hatte man sich für die Hafenschule und die Grundschule Stadtmitte entschieden. Dort sollte das Projekt auch in die Tat umgesetzt werden, doch nun standen die Räume nicht mehr zur Verfügung. Dazu kamen die vielen weiteren Beschränkungen, die die Pandemie mit sich brachte. Es drohte die komplette Absage des Projektes. „Genau das wollten wir aber nicht. Wir waren der Meinung, dass es gerade in einer Zeit, wo fast alles abgesagt worden ist, wo es kaum Angebote, gerade auch für Kinder gibt, unbedingt stattfinden sollte“, sagt Katharina Sapozhnikov.

Projekt wird in der ehemaligen Bremer Schule durchgeführt

Beim Bundesministerium erfuhr sie auf Nachfrage, dass die Förderung grundsätzlich steht. „Wenn wir es schaffen würden, das Projekt den neuen Gegebenheiten anzupassen, könnte der Antrag noch entsprechend geändert werden und das Angebot stattfinden.“ Also habe man sich zusammengesetzt und über Alternativen beraten. Mit Erfolg!


„Wir werden das Projekt jetzt in der ehemaligen Bremer Schule durchführen. Da gibt es eine große Pausenhalle, die eignet sich gerade unter dem Gebot des Abstandshaltens sehr gut. Dazu gibt es noch einen großen Nebenraum und Ralf Lübke hat dort auch sein Studio“, erzählt die Leiterin. „Außerdem werden wir kein Abschlusskonzert geben, sondern eine CD mit einem Song aufnehmen. Das Studio ist ja da!“ Der Song sei bereits ausgewählt, werde aber nicht verraten. „Dazu schreiben die Kinder dann selbst einen neuen Text.“

Am Ende werden die Elemente im Studio zusammengefügt

16 Kinder werden an dem Projekt teilnehmen, acht von jeder Schule. Die Auswahl der Schüler habe man bewusst den Lehrern überlassen, weil die am besten wüssten, wie groß die Lust am Projekt, vor allem aber das Durchhaltevermögen einzuschätzen ist. „Es ist uns wichtig, dass die Teilnehmer von Anfang bis Ende kontinuierlich dabei bleiben, sonst macht es keinen Sinn“, erklärt die Initiatorin. Zwar gebe es ein paar Elemente, die in größerer Runde einstudiert werden könnte, zum Beispiel Chorgesang, ansonsten aber werde in kleinen Gruppen geprobt. „Wenn dann plötzlich jemand fehlt, kann das nicht mehr aufgefangen werden“, so Sapozhnikov.

Am ersten Tag wollen sich die Dozenten einen allgemeinen Eindruck von den Teilnehmern machen. Musikalität, Rhythmusgefühl und auch die persönlichen Neigungen der Kinder bilden die Grundlage, um sie den verschiedenen Instrumenten zuzuordnen. Danach kann nicht mehr gewechselt werden.

Und dann geht es los – mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Gesang. Am Ende der fünf Tage werden die einzelnen Elemente im Studio zusammengefügt. Auf das Ergebnis dürfe man gespannt sein, sagt die Projektleiterin. „Aber das Wichtigste ist ohnehin, dass die Kinder Spaß haben, etwas Neues kennenlernen und so vielleicht dauerhaft Zugang zur Musik finden.“

Lutz Rector
Lutz Rector Stellv. Redaktionsleitung, Wilhelmshavener Zeitung
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