Wilhelmshaven - Vor zehn Jahren entstand die Idee aus einer Not: Alle Fördergruppen für Jugendliche mit Behinderungen wurden geschlossen, es gab es keine staatlichen Fördermittel mehr. Auf einmal saßen die Kinder zu Hause und hatten nichts mehr zu tun, sagt Margret Finkenstädt. Auch ihr Sohn hat eine Behinderung, sie setzt sich für seine Belange seit langem im Verein Lebensweisen ein. Gemeinsam mit anderen Müttern und Michael Hellbusch von der Volkshochschule entwickelte sie ein Konzept. Sie nannten es Junge Menschen mit Behinderungen öffnen Türen. Die Idee: In einer kleinen Gruppe besuchen die Jugendlichen gemeinsam mit Betreuern Vereine in der Region.
Zehn Jahre später ist das Projekt fest etabliert. In einem Pressegespräch riefen Magret Finkenstädt, Michael Hellbusch und Schortens Bürgermeister Gerhard Böhling gestern gemeinsam mit Betreuern und Müttern weitere Vereine und Firmen auf, sich zu beteiligen. Es kann ein einmaliger Besuch im Unternehmen sein oder eine langfristige Zusammenarbeit.
Allerdings gibt es immer wieder Barrieren, die überwunden werden müssen. Das sind nicht so sehr die offensichtlichen - etwa eine fehlende Rampe für den Rollstuhl - es sind Schranken in den Köpfen der Menschen. Natürlich sind da Berührungsängste, sagt Margret Finkenstädt. Die seien aber nach dem ersten Treffen schnell überwunden.
So war es auch beim Angelverein Jever. Zuerst gab es Zweifel - mittlerweile wurde sogar ein eigener Steg gebaut, damit auch die Rollstuhlfahrer an den Aktionen teilnehmen können. In den vergangenen zehn Jahren gab es 56 Aktionspartner, eine zweite Gruppe wurde gegründet. Darin sind jeweils acht Kinder, zwei Fachkräfte als Betreuer und drei oder vier ehrenamtliche Helfer, sagt Margret Finkenstädt.
Gemeinsam besuchen sie nicht nur Vereine, sie waren auch schon in Diskotheken, beim Bowlen oder im Kino. Unsere Kinder finden es toll, Dinge zu tun können, die andere in ihrem Alter auch machen, sagt Margret Finkenstädt.
undlt;online-verweisundgt;Vereine oder Unternehmen, die eine Gruppe zu sich einladen möchten - es sind immer Betreuungskräfte und Ehrenamtliche dabei - können sich bei Pia Heuer, Tel. 04461/9160196 oder bei Helga Lampa, Tel. 04423/7260 melden.undlt;/online-verweisundgt;
