Wilhelmshaven - Mit Beginn der Adventszeit letzten Jahres haben Stadt und Polizei mit dem Projekt „Wilhelmshaven sicher“ eine erste Maßnahme umgesetzt, die zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls in der Innenstadt beitragen soll, sagten Oberbürgermeister Carsten Feist und der Leiter der Polizeiinspektion Friesland-Wilhelmshaven, Heiko von Deetzen in einem Pressegespräch, bei dem sie eine erste Zwischenbilanz zogen, die doch positiv ausfiel. „Gemeinsam haben wir eine ganze Reihe Maßnahmen umgesetzt oder in der Planung“, sagten Heiko von Deetzen und Carsten Feist einmütig. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben mir in zahlreichen Gesprächen berichtet, dass Gruppen junger Männer, zum Teil mit Migrationshintergrund, dort durch ihr Verhalten dafür sorgten, dass sich Menschen unwohl fühlten und deswegen einen Bogen um bestimmte Orte in der Innenstadt machten“, sagte Carsten Feist zu Beginn des Gesprächs. „Weder das Klinikum noch die Stadthalle oder andere politische Themen hätten die Menschen derart bewegt“, so Feist, der weiter ausführte, dass „müssen wir sehr ernst nehmen“.
Präsenz erhöht
Die Polizei hat seit Beginn des Jahres 2024 ihre Präsenz im Stadtzentrum von Wilhelmshaven erhöht, da es rund um die Nordseepassage zuletzt vermehrt zu Straftaten und Belästigungen gekommen war, teilten Feist und von Deetzen mit. Zusätzliche Beamten in der Innenstadt würden wahrgenommen, von den Jugendlichen, die auf Krawall aus seien, von den Passanten und auch von den Händlern in der Innenstadt. Das gehe aus Gesprächen zwischen Polizei, den Bürgern und den Kaufleuten hervor, sagte Heiko von Deetzen. In diesem Bereich gab es im vergangenen Jahr noch große Klagen. „Es sind offensichtlich besonders Heranwachsende, zum Teil mit Migrationshintergrund, die vor allem rumpöbeln, durch lautstarkes Auftreten Unbehagen verursachen und oftmals keine Rücksicht nehmen auf ihre Mitmenschen“, so der Inspektionsleiter.
Bahnhof
„Es gibt rund um den Bahnhof und auch in der Innenstadt mehr Straftaten als in anderen Stadtteilen, was in jeder größeren Stadt so ist. Hier handelt es sich um einen hochfrequentierten Bereich und dadurch ergeben sich viele Tatgelegenheiten, aber bei weitem nicht auf einem Niveau, das uns Sorgen bereitet“, sagte Heiko von Deetzen weiter. Die Kompetenzen und Zuständigkeiten der Polizei werden erweitert. So hatte die Polizei in der Nordseepassage in der Vergangenheit kein Hausrecht: „Wenn uns Jungs auf der Nase herumtanzten, gingen sie danach einfach durch die Tür und wir konnten nichts mehr machen“, so Heiko von Deetzen.
Kooperation
Das hat sich durch eine Kooperation mit der Nordseepassage geändert. Die Polizei darf jetzt dort das Hausrecht auszuüben und auch Platzverweise auszusprechen. Eine ähnliche Regelung wird derzeit mit der Deutschen Bahn verhandelt, was das Bahnhofsgelände angeht“, so Heiko von Deezten, der froh ist über mehr Beamte, die mehr Befugnisse haben. Der Inspektionsleiter sprach auch die Menschen aus der Trinkerszene an, die vor der Passage auf der Rambla aggressiv Betteln oder Passanten anpöbeln. „Auch hier setzen wir Maßnahmen gegen störendes Verhalten an. Eine neue Verordnung, die der Rat in der vergangenen Woche verabschiedet hat, verbietet es fast überall im öffentlichen Raum zu betteln. „Und das kann jetzt von der Polizei geahndet werden“, sagten Feist und von Deetzen.
