Wilhelmshaven - Zuerst machten sich die Gruppen alleine warm, jede Kultur hatte ihre eigene Kabine. Die Flüchtlinge waren sehr zurückhaltend, fast schüchtern, so beschreibt Christian Haye, wie Björn Först Trainer der SG Sengwarden/Fedderwarden, die Anfänge der Integration von Flüchtlingen in die erste und zweite Fußballmannschaft des Vereins. Doch die Trainer steuerten dagegen. Inzwischen mischt es sich und die Verständigung läuft von Woche zu Woche besser, freut sich Haye. Die neuen Spieler verstärken die Teams nicht nur sportlich, sondern insbesondere auch menschlich. Sei es beim vereinsinternen Arbeitsdienst oder beim Umzug eines einheimischen Spielers von Fedderwarden in die Stadtmitte: Die Flüchtlinge packen mit an.
Auf der anderen Seite ist auch das Verständnis der deutschen Spieler für die Flüchtlinge größer geworden. Nach Gesprächen mit den neuen Spielern und nachdem diese ihre Geschichte erzählten, sehen die Spieler die Gesamtsituation der Flüchtlinge aus einem anderen Blickwinkel. Der 23-jährige Ali aus Afghanistan, ein Spieler aus der zweiten Mannschaft, erzählte davon, dass er mit 45 Menschen zu Fuß die Flucht angetreten hat und nur knapp 30 von ihnen die türkische Grenze lebend erreichten, berichtet Haye. In solchen Momenten kann man nur zuhören, versuchen mitzufühlen und versuchen zu verstehen.
