Wilhelmshaven - Totentanz, verrammelte Türen, leere Schaufenster – und das ausgerechnet am Anfang der Fußgängerzone: Nach dem Umzug von „Media Markt“ in die Nordseepassage steht das historische Kaufhaus-Gebäude in der Marktstraße erneut leer.
Doch das könnte sich mittelfristig ändern. Die Leipziger Investmentfirma GIG Investment Development Group hatte im vergangenen Jahr angekündigt, das ehemalige „Karstadt“-Gebäude umbauen zu wollen – mit der Tochtergesellschaft Bauunion Leipzig als Projektentwickler. Wie der aktuelle Stand und Zeitplan des Projektes aussehen, war indes nicht zu erfahren. Das Unternehmen war für Anfragen der WZ nicht zu erreichen.
Nach den bisher veröffentlichten Plänen soll das unter Denkmalschutz stehende Gebäude komplett entkernt und zum Senioren- und Pflegezentrum umfunktioniert werden. Auf der Gesamtfläche von rund 13 000 Quadratmetern sollen 117 Pflegeplätze sowie 18 Appartements für betreutes Wohnen entstehen. Die markante Fassade des ehemaligen Kaufhauses soll nach Angaben der Leipziger Investmentfirma erhalten werden.
Im Gespräch ist aber zudem, die bisherigen beiden Verkaufsgeschosse weiterhin für den Einzelhandel zu nutzen. Zuletzt wurden die beiden Geschosse von „Media Markt“ genutzt.
Bei der Stadtverwaltung hat der Projektentwickler seine Pläne längst vorgestellt. Die Bauanträge seien aber noch nicht gestellt worden, erklärt Stadtbaurat Nikša Marušić. „Bis es so weit ist, sprechen wir von ungelegten Eiern – aber da sind wirklich schöne Eier dabei, die ich zu Ostern gerne im Korb hätte.“ Vieles sei noch nicht in Stein gemeißelt. So gehe es im Detail noch um die Aufteilung und öffentliche Zugänglichkeit der oberen Etagen.
Dass der Leerstand problematisch ist und in einer so exponierten Lage dringend etwas passieren muss, steht für Christoph Ganß vom City-Interessen-Verein außer Frage. Ein Seniorenzentrum habe er dabei aber nicht im Sinn. Im Gespräch mit der Wirtschaftsförderung waren auch mehrere Ideen unter Beteiligung des CIV für das „Karstadt-Gebäude“ entwickelt worden – unter anderem war eine Markthalle im Gespräch. „Fest steht, dass es zumindest im Erdgeschoss etwas geben muss, dass die Frequenz in der Marktstraße wieder erhöht“, sagt Ganß.
