WILHELMSHAVEN - Die Auftragsvergabe für den Wilhelmshavener Containerhafen Jade-Weser-Port wird jetzt von der Staatsanwaltschaft Osnabrück untersucht. Dabei geht es um den Verdacht auf Korruption und wettbewerbswidrige Absprachen, bestätigte am Freitag ein Behördensprecher gegenüber dieser Zeitung. Ein Ende der umfangreichen Ermittlungen ist derzeit noch nicht absehbar. Der Hafenkrimi wird immer spannender.

Mit wie harten Bandagen um den 480-Millionen-Euro-Auftrag im Frühjahr 2007 gekämpft wurde, zeigte in dieser Woche die stundenlange Verhandlung vor dem Wilhelmshavener Arbeitsgericht, in der es um die Entlassung des technischen Projektleiters der Realisierungsgesellschaft ging.

Starke war eine zu große Nähe zur Bietergemeinschaft Bunte vorgeworfen worden. Nach seiner Darstellung vor Gericht sei jedoch das Gegenteil sei richtig: Es habe – offenbar aus Bremen gesteuert – eine Kette von Indiskretionen zugunsten des Bewerbers Hochtief gegeben. Staunend nahmen Beobachter Einzelheiten des Umgangs innerhalb der Gesellschaft zur Kenntnis – bis hin zu der Tatsache, dass die beiden Geschäftsführer Helmut Werner und Jürgen Holtermann versuchten, dem technischen Projektleiter Starke mit falschen Informationen eine Falle zu stellen.

Das Ergebnis: Das Gericht verurteilte die Gesellschaft zur Weiterbeschäftigung Starkes. Dieser Anspruch besteht unabhängig von einer möglichen Berufungsverhandlung. Starke selbst äußerte sich am Freitag gegenüber dieser Zeitung erleichtert über das Urteil. Er könne sich vorstellen, dass er seine Arbeit am 1. August wieder aufnehmen werde – gleichzeitig mit dem neuen Geschäftsführer Axel Kluth.