Wilhelmshaven - Sie waren die Nummer eins - und allein auf weiter Flur: Kai Burmeister und Manfred Fisch standen an der Startlinie des 10 Meilen-Laufs. Das Warmlaufen musste noch warten. Taktikbesprechung. Das Ziel der Jeveraner: Ankommen.

Klar war beiden auch, dass sie 30 Minuten später die Pole-Position an der Startlinie würden räumen müssen.

Und das irgendwann im Lauf der Pulk der führenden Afrikaner zur Überrundung ansetzt. Ich bin aus dem Alter heraus, wo mich so etwas ärgern würde. Außerdem ist das doch eine Augenweide, wie sie Laufen, stellte Fisch (Jahrgang 1952) fest. Insofern war alles gut für die Jeveraner - nur die Stallregie funktionierte nicht ganz. HFC-Hase Burmeister (1:21:38) kam hinter seinem Diskussionspartner Fisch (1:20:33) in Ziel.

Mehr als eine halbe Stunde zuvor wurden auf dem 4,25 km langen Rundkurs die Sieger des 10 Meilen-Laufs (ca. 16 km) beim 27. Internationalen Jever-Fun-Lauf verhandelt. Noch deutlich früher stand aber fest, dass die Streckenrekorde bei den Männern (45:23) und Frauen (52:30) unangetastet bleiben. Bei den Männern war das Tempo der vier, später dreiköpfigen Spitzengruppe zu langsam, und bei den Frauen lief die einzige Kenianerin Tabitha Wambui Gichia an der Spitze ein einsames Rennen.

Auf ihre Kosten kamen die Zuschauer an der Strecke trotzdem wieder. Denn nachdem sich bei den Männern schnell eine Vierergruppe (Nkubitu, Kimetto, Weldemicael, Kiplagat) vom Feld abgesetzt hatte, ritt Kibrom Weldemicael aus Eritrea, für die Veranstalter und die Konkurrenz auf Grund keinerlei gemeldeter Referenzzeiten ein unbeschriebenes Blatt, im Rennverlauf einige Tempoattacken gegen die Konkurrenz aus Kenia.

Martin Münzberger
Martin Münzberger Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung