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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Behörde entwaffnet die Stormtrooper

11.11.2017

Wilhelmshaven „Star Wars“ ist eine Kultmarke und inzwischen in aller Munde – spätestens, wenn im Dezember wieder die nächste Episode der beliebten Filmreihe anläuft. In der Region sorgen einige Fans mit ihren aufwendigen Kostümen bei Kindern und Erwachsenen für Begeisterung.

Wenn die „Stormtrooper“ der „501. Legion“ bei Veranstaltungen im Stadtgebiet auftreten oder für gemeinnützige Einrichtungen Spenden sammeln, dann gehören nicht nur die futuristischen weißen Rüstungen samt Helm zum Auftritt dazu, sondern auch die in Eigenarbeit nachgebildeten Lasergewehre.

Ohne Waffenattrappen

Wollen die Kostümbauer künftig bei diversen Veranstaltungen unter Beteiligung des Jugendamtes auftreten, müssen sie ihre Repliken jedoch im „Todesstern“ lassen. Im Zuge eines Festes, das vor einigen Wochen auf dem Gemeinschaftsplatz in Rüstersiel gefeiert wurde, gab es nun Diskussionen.

Den täuschend echt kostümierten Stormtroopern wurde während der Veranstaltung das Mitführen ihrer Waffenattrappen vom Jugendamtes untersagt. Die Begründung: Die Waffen seien gewaltverherrlichend und nicht mit dem Jugendschutz vereinbar. Der Auftritt wurde spontan abgebrochen, die Kostümierten fühlten sich überrumpelt.

Bei Veranstaltung unter Beteiligung des Jugendamtes sei es eine Selbstverständlichkeit, dass weder Alkohol ausgeschenkt, noch Gewalt verherrlicht wird. Darstellungen bzw. Nachbauten von Waffen jeglicher Art seien aus diesem Grund nicht erwünscht. „Da spielt es keine Rolle, welche Gruppen diese Waffen aus welchem Anlass bei sich führen“, teilt Julia Muth, Pressesprecherin der Stadt Wilhelmshaven, auf Anfrage mit.

Dem entsprechend wurde beim Fest in Rüstersiel eingegriffen.

Im Netz wurde dies breit diskutiert. Aus den Reihen der Kostümgruppe reagierte man mit Verständnis auf das Ansinnen des Jugendamtes, allerdings hätte man sich eine vorherige Absprache gewünscht. Man sei erst während der Veranstaltung angesprochen worden. Die Betroffenen fühlten sich überrumpelt.

Laut Heike Fournier, Pressesprecherin der „501. Legion“ in Deutschland, sei ein solcher Fall bundesweit noch nie vorgekommen. Das Gesamtbild werde stets als positiv wahrgenommen, die Replikas als Teil des Kostüms betrachtet. Es wäre es kein Problem gewesen, die Attrappe in ein Holster zu stecken oder – bei vorheriger Absprache – gänzlich darauf zu verzichten.

Klare Vereinsrichtlinien

Die „501. Legion“ ist ein weltweiter Kostümverein. Wer als Figur aus dem „Star Wars“-Universum auftreten will, muss Richtlinien befolgen. Für „Sturmtruppler“ gelten klare Regeln. Es ist untersagt, Kindern Angst einzujagen, mit der Waffe auf Menschen zu zielen oder Gewalt- oder Hinrichtungsszenen nachzustellen.

Die „Sturmtruppler“ und andere Kostümierte müssen jedoch nicht bei allen Auftritten in der Stadt auf Replikas verzichten. Julia Muth weist darauf hin, dass die Regelungen nur für Veranstaltungen unter Beteiligung des Jugendamtes gelten. Wie jeweilige andere Veranstalter damit umgehen, sei nicht bekannt. Aktionen von privaten Veranstaltern, so auch Ritterfeste, Karneval und Piratencity, seien davon nicht betroffen.