WILHELMSHAVEN - WILHELMSHAVEN - Auch für den Theaterpädagogen Frank Fuhrmann ist die Arbeit mit der Tagesgruppe „Windsurfer“ kein Alltagsgeschäft. „Die Kinder sind sehr direkt und offen, was vielleicht gerade ihr Problem ist im Alltag“, erzählt er. Bereits seit September des vergangenen Jahres probt und arbeitet Fuhrmann einmal wöchentlich mit Kindern, die nachmittags durch die „Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit“ (GPS) pädagogisch betreut werden.
Beim Theaterprojekt allerdings arbeiten alle, Erwachsene und Kinder, gemeinsam.
Nachdem mit einfachen Spielen, theaterpraktischen Übungen und szenischen Improvisationen die Grundlagen geschaffen waren, nahm sich die Gruppe den Roman „Die Schwarzen Brüder“ von Lisa Tetzner als Vorlage und entwickelte daraus das gleichnamige Theaterstück.
Es erzählt die wahre Geschichte des 13-jährigen Giorgio, der von seinem Vater als Kaminfegerjunge nach Mailand verkauft wird. Als „lebende Besen“ müssen er und zahlreiche andere Kinder harte Arbeit leisten. Doch Giorgio schließt sich den „Schwarzen Brüdern“ an, einem Bund von Kaminfegerjungen, der für bessere Arbeitsbedingungen und um Anerkennung kämpft.
Dass es Giorgio letztendlich gelingt, sich zu befreien, fasziniert den 14-jährigen Hauptdarsteller Roman Meyer am meisten. Für ihn und die anderen acht Kinder und fünf Erwachsenen ist die Theaterarbeit eine ganz neue Erfahrung. Kay Rutsatz, Leiter der Gruppe „Windsurfer“ ist beeindruckt, zu welcher Konzentrationsleistung die Kinder fähig sind. Neben der Stärkung des Selbstwertgefühls seiner Schützlinge habe er auch beobachten können, dass die Kinder im Umgang miteinander neue Erkenntnisse gewonnen hätten.
„Präventionsarbeit mit Mitteln des Theaters“, nennt Frank Fuhrmann diese Art, Konflikte zu lösen. Heute nun stehen Roman und alle anderen „Windsurfer“ im Stück „Die schwarzen Brüder“ vormittags um 11 Uhr und nachmittags um 17 Uhr auf der Bühne des Jungen Theaters in der Rheinstraße und somit im Rampenlicht.
Restkarten können unter Telefon 04421/940115 bestellt werden.
