Wilhelmshaven - Soll sich die Stadt Wilhelmshaven in einer Kooperationsvereinbarung der Entwicklungszone des Unesco-Biosphärenreservats Wattenmeer anschließen? Nikša Marušić, Amtsleiter Umweltschutz und Bauordnung, hielt am Donnerstag vor den Mitgliedern des Umweltausschusses ein leidenschaftliches Plädoyer für einen Beitritt; schließlich habe die Stadt bereits zahlreiche Maßnahmen angepackt, um sich erfolgreich als „(Kultur-)Hauptstadt des Wattenmeeres“ zu positionieren.

Auch Nationalpark-Leiter Peter Südbeck warb einmal mehr dafür und sprach von einer Auszeichnung, die es nicht erlaube, Landwirten Vorschriften zu machen. Andere sehen ebenfalls die Chancen für nachhaltigen Tourismus und nachhaltige Stadtentwicklung.

Skeptisch bis ablehnend hingegen zeigten sich der Vizepräsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade, Thomas Homann, sowie Christian Andrae als Vertreter der Landwirte. Bereits bei der ersten öffentlichen Präsentation im Ortsrat Sengwarden Ende 2018 hatte sich das Kreislandvolk gegen eine Aufnahme als Entwicklungszone ausgesprochen. Sie fürchten Einschränkungen ebenso wie die hiesige Wirtschaft, die wegen möglicher Umweltschutzauflagen um ihre Entwicklungsmöglichkeiten fürchtet. Daran hat sich trotz eines andauernden Dialoges mit den Befürwortern bis heute nichts geändert. Ein Kompromiss scheint nicht in Sicht.

Dennoch sollen die Interessenvertreter einmal mehr angehört werden, um sie mit ins Boot zu holen, so der Wunsch der Politik. Deshalb wurde im Ausschuss „nur“ über einen Entwurf des Kooperationsvertrages abgestimmt. Und dieser Vorlage an den Rat stimmten fünf Ausschussmitglieder zu. FDP und CDU (insg, vier Stimmen) enthielten sich.

Große Einigkeit hingegen herrschte bei der Vorlage „Mittelbereitstellung für die Naturschutzstiftung Friesland- Wittmund-Wilhelmshaven, hier: Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität (biologische Vielfalt)“. Der Vertragsentwurf liege nun mit Änderungen vor; so wurde unter anderem der jährlich von der Stadt zu zahlende Betrag von 50.000 Euro aufgenommen. Die Mittel fließen im Rahmen von Projekten zurück an die Stadt. Außerdem hat Umweltminister Olaf Lies der Stiftung gerade einen Förderbescheid über 303.000 Euro für das interkommunale Projekt überreicht.


Die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren werden endlich mit einer zeitgemäßen Persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet. Moderne Fasern sind leichter und atmungsaktiver, bieten einen besseren Schutz vor Schadstoffen – auch wegen der hellen Farbgebung, die zudem für bessere Sichtbarkeit sorge. „Verunreinigungen und Schäden sind nach Einsätzen viel besser zu sehen als bei der bisherigen dunklen Kleidung“, erläuterte Uwe Wiedenhöft, Abteilungsleiter Technik, die Auswahlkriterien. In einem Testparcour hätten Berufs- und Freiwillige Feuerwehrleute verschiedene Schutzkleidung ausgiebig getestet. Nun sollen je 650 Jacken und Hosen beschafft werden. Bei Bedarf werden die Feuerwehrleute damit aus diesem Pool ausgestattet. Das spare Geld.

Michael Halama
Michael Halama Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung