Wilhelmshaven - Die Parkplätze sind leer, die Anmeldung verwaist, doch zwei Behandlungszimmer sehen aus, als sollten die nächsten Patienten gleich Platz nehmen, um ihre Zähne pflegen zu lassen. Aber kein Zahn wird mehr gezogen, weder Füllung noch Plombe oder Implantat eingesetzt. Die Praxis von Dr. Wilhelm Dopjans ist seit dem 1. Juli geschlossen und der Zahnmediziner hat sich mit 65 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Ganz anders hatte sich der beliebte Zahnarzt einst das Ende seiner beruflichen Laufbahn vorgestellt. Ein Nachfolger sollte die Praxis mit Patienten und bei Bedarf auch das angrenzende Wohnhaus übernehmen und fortsetzen, was er im Sommer 1980 in der Marienburger Straße 42 begann. Doch Nachfolger wurden rar, musste er nun erkennen.
Da blieben auch eine zweijährige Suche im Internet, bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen und per Anzeigen in einer Fachzeitschrift erfolglos. Nur ein Interessent meldete sich und kam danach leider nicht wieder. Es folgte ein nicht ernst zu nehmender Anruf aus Bayern. So blieb nur die Konsequenz: Praxisschild abbauen und die Tür schließen.
Zuvor wurden alle Patienten schriftlich informiert und etwa 150 ließen es sich nicht nehmen, persönlich vorbeizukommen, sich für die bisherige Betreuung zu bedanken und sich von dem Rentner, wie sich Dr. Dopjans jetzt gern bezeichnet, zu verabschieden.
An zwei Eigenschaften ihres Zahnarztes werden sie sich noch lange erinnern: Dr. Dopjans spielt nicht nur seit fast drei Jahrzehnten Posaune bei den Original Friesländern, deren Vorsitzender er von 2002 bis 2010 war. Er galt auch als singender Zahnarzt, der während seiner Arbeit gern eine beim Frühstück gehörte Melodie auf den Lippen hatte. Dass er bevorzugt Jesuslatschen, wie er seine hölzernen Sandalen mit Fußbett nennt, trägt, ist ein weiteres Markenzeichen. So kennt mich jeder und ich trage sie seit meinem neunten Lebensjahr, erklärt er.
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