Wilhelmshaven - Eigentlich sollte bereits im Sommer 2022 der Rohbau des neuen Wilhelmshavener Klinikums fertig sein. Bis heute ist allerdings noch nicht einmal der Auftrag für die Arbeiten vergeben, obwohl bereits eine Ausschreibung erfolgt ist und ein Unternehmen ermittelt wurde, dass die Arbeiten übernehmen soll.
Der Grund ist, dass die Pläne für den Neubau wie berichtet derzeit überarbeitet werden. Zudem wird der Klinikbetrieb auf den Prüfstand gestellt und ein Sanierungskonzept erarbeitet. In einer Pressemitteilung des Klinikums heißt es nun, dass die Vergabe des Rohbaus erst im Anschluss daran erfolgen kann.
Erst wenn das Sanierungskonzept für das Klinikum insgesamt vorliegt, könne auch die Planung für den Neubau angepasst und mit dem Land Niedersachsen abgestimmt werden. Jede Veränderung des genehmigten Raum- und Funktionsprogramms müsse ohnehin mit dem Land Niedersachsen vereinbart und genehmigt werden, heißt es.
Erst 175 von 911 Pfählen sind im Boden
Damit ist klar, dass sich das Projekt um weitere Monate verzögern wird, denn mit der Fertigstellung des Sanierungskonzeptes ist nicht vor Ende Februar zu rechnen.
„Ich würde zum jetzigen Zeitpunkt von einer Verzögerung von rund sechs Monaten ausgehen“, sagte Baugeschäftsführer Oliver Leinert gegenüber der Wilhelmshavener Zeitung. Das würde eine Eröffnung des Klinikums Mitte 2026 bedeuten. Das hänge allerdings auch vom Ergebnis des Sanierungskonzeptes und Überarbeitung der Pläne ab. Sollte die Prüfung ergeben, dass sich der Bau erheblich verändern muss, könne auch der Zeitplan weiter ins Wanken geraten.
Die Baustelle in der Friedrich-Paffrath-Straße hat sich in den vergangenen Monaten kaum verändert. Noch immer erfolgt dort die Pfahlgründung – das Klinikum soll künftig auf insgesamt 911 Stahlbetonpfählen stehen.
Diese sollten eigentlich bereits bis vergangenen August in der Erde sein. Bis heute sind es allerdings erst 175. Aufgrund der unklaren Planungssituation seien die Arbeiten zuletzt nicht mit vollem Tempo erfolgt, auch wenn kontinuierlich weitergearbeitet wurde, betonte Leinert. Nun soll die Pfahlgründung allerdings wieder Fahrt aufnehmen, wofür zu den zwei aktuell eingesetzten Großgeräten zur Pfahlgründung noch zwei weitere hinzugezogen werden sollen.
Kostenprognosebleibt schwierig
Und wie steht es um die Kosten des Großprojektes? „Aktuell gehen wir weiterhin davon aus, im Kostenrahmen zu bleiben“, sagte Leinert, wies allerdings auch daraufhin, dass eine Prognose schwierig ist. Leinert betonte aber zugleich, dass sich die Baukosten aktuell stabilisieren, die Energiekosten sinken wieder und dass „wir eine Baurezension vor der Brust“ haben. Außerdem werde der Bau wahrscheinlich ein Stück kleiner als ursprünglich geplant. Das Klinikum soll etwa 194 Millionen Euro kosten, von denen 99 Millionen Euro das Land Niedersachsen fördert.
