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Energiekrise Wilhelmshaven Kommunaler Versorger GEW verdoppelt den Gaspreis

Wilhelmshaven - Die rund 28 000 Wilhelmshavener Gaskunden des kommunalen Energieversorgers GEW müssen ab dem 1. November im Schnitt mehr als doppelt so viel wie jetzt bezahlen. Damit reagiert das Unternehmen auf die deutlich gestiegenen Beschaffungspreise auf den Gasmarkt und die Einführung von zwei Umlagen zur Sicherung der Gasversorgung durch die Bundesregierung.

Während die Grundpreise unverändert bleiben, steigt der Preis pro Kilowattstunde in der Grundversorgung von derzeit 6,95 Cent auf künftig 14,7 Cent. Im viel genutzten Tarif „Havengas für uns“ steigt der Preis von 6,55 Cent auf künftig 14,35 Cent pro Kilowattstunde. Für einen durchschnittlichen Wilhelmshavener Haushalt, der etwa 12 500 Kilowattstunden verbraucht, bedeutet das Mehrkosten von rund 975 Euro jährlich. Die Erhöhung um mehr als 100 Prozent ist der größte Anstieg für die Gas-Kunden in der Geschichte der GEW. Dennoch gehört das Unternehmen mit den jetzigen Änderungen zu den günstigeren Erdgasanbietern in Deutschland, wie GEW-Chef Josef Thomann im WZ-Gespräch betonte.

GEW-Chef fordert Maßnahmen der Politik

Thomann ist sich dennoch bewusst, das die Erhöhung eine enorme Belastung für viele Kunden darstellen wird, und fordert Entlastungen durch die Politik. Maßnahmen aus vorherigen Entlastungspaketen der Regierung wie etwa das 9-Euro-Ticket oder der Tankrabatt hätten dahingehend keine Wirkung gezeigt. Es brauche nun deutlich gezieltere Maßnahmen.

Eine könnte etwa die Senkung der Umsatzsteuer auf Gas von 19 auf sieben Prozent sein, über die der Bundestag noch abstimmen muss. Die von der GEW nun genannten Preise erhalten die aktuell noch gültige Umsatzsteuer von 19 Prozent. „Änderungen der Umsatzsteuer geben wir selbstverständlich zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens vollständig an unsere Kunden weiter“, so Thomann.

Auch viele neue Kunden erhöhen den Gaspreis

Die GEW wird in Kürze alle Kunden persönlich anschreiben und über die neuen Preise und Abschläge informieren. Kunden bräuchten Ihre Zähler nicht um 1. November ablesen. Die GEW werde den jeweiligen Verbrauch statistisch anteilig nah den alten und neuen Preisen aufteilen.


Mit der nun verkündeten Erhöhung hat die GEW als eines der letzten Versorgungsunternehmen auf die deutlich gestiegenen Preise auf dem Gasmarkt reagiert. Diese waren durch den Ukraine-Krieg und die deutlich geringeren Liefermengen aus Russland in diesem Jahr explodiert.

Andere Energieversorger haben bereits vor dem Sommer die Preise erhöht. Das führte auch dazu, dass zuletzt ungewöhnlich viele Kunden zur GEW zurückgewechselt sind, was ebenfalls zur jetzigen Preiserhöhung beigetragen hat: „GEW muss für diese Kunden ungeplant zusätzlich Erdgas beschaffen. Und dies zu aktuell sehr hohen Preisen. Auch dieser Umstand erhöht die Verkaufspreise der GEW“, so der Vertriebsleiter des Unternehmens Kai Rückstein.

Suntke Pendzich
Suntke Pendzich Redaktionsleitung, Wilhelmshavener Zeitung
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