Wilhelmshaven - Touristen und Einheimische hatten gleichermaßen ihre Freude daran, mit der „Friedrich A. Meyer“ durch den Hafen zu schippern. Der kleinen Barkasse, die im Auftrag des Marinemuseums Wilhelmshaven zuletzt 2020 Hafenrundfahrten durchführte, wurde im April 2021 aufgrund von Mängeln die Betriebsgenehmigung entzogen. Die Sicherheit der Passagiere sei nicht mehr garantiert, hieß es damals vonseiten der Stadt. Konkret ging es um die Frage, ob sich das Dach des Bootes schnell genug öffnen lassen würde, falls die Barkasse sinke. Die Stadt Wilhelmshaven als Hafenbehörde und das Museum als Eigentümerin sahen die Dinge allerdings unterschiedlich. So argumentierte die Museumsleitung, dass sich zwei Elemente des Daches durchaus aufschieben ließen. Das aber war der Hafenbehörde nicht sicher genug. Ein gerichtliches Verfahren vor dem Güterichter des Verwaltungsgerichts Oldenburg sollte die Angelegenheit klären. Ein Kompromiss scheint nun möglich.
Hoffnung auf gutes Ende
Die Stiftung Deutsches Marinemuseum als Eigentümerin der „Friedrich A. Meyer“ und die Stadtverwaltung Wilhelmshaven als Hafenbehörde haben gemeinsam mit einem vom Gericht bestellten Sachverständigen aus Hamburg die Hafenbarkasse begutachtet und sich über das weitere Vorgehen verständigt, wie die stellvertretenden Museumsleiterin Nina Nustede mitteilte. „Damit kommt ein seit fast zwei Jahren geführtes Verfahren zu einem hoffentlich guten Ende für beide Parteien“, so Nustede.
Durch den Gutachter wurden Auflagen erteilt, die die Leckstabilität und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Evakuierung der Fahrgäste im Havariefall sicherstellen sollen. Auch die Anzahl der Fahrgäste muss künftig reduziert werden. Eine Auflage, die die das Marinemuseum schon von sich aus veranlasst habe, sagte Nina Nustede. Für die Stiftung Deutsches Marinemuseum zeigte sich Konteradmiral a.D. Gottfried Hoch zufrieden mit dem in schwierigen und aufwändigen Verhandlungen gefundenen Kompromiss: „Seit der Saison 2021 ruht das Angebot der historischen Hafenrundfahrten zum großen Bedauern der rund 30.000 Museumsbesucherinnen und -besucher, die im letzten Betriebsjahr 2020 das Angebot nutzten“, teilte Gottfried Hoch mit.
Gutachter-Vorschlag
Vom Gutachter wird nun der Stiftung Deutsches Marinemuseum in Kürze ein konkreter Vorschlag unterbreitet, wie die Hafenbarkasse technisch ertüchtigt werden kann, um die Hafenrundfahrten wieder aufnehmen zu können. Museumsleiter Dr. Stephan Huck ist zuversichtlich, dass ein vernünftiger und finanziell umsetzbaren Weg vorschlagen wir.
