Wilhelmshaven - Elf sonderpädagogische Schulformen gebe es, zählte Karl Finke, der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, auf. Viele Schubladen, in die Schüler gesteckt werden können. Bei der Hafenschule und der Hauptschule Nogatstraße ist das anders. Hier wurde dieses Schubladendenken abgeschafft - erfolgreich.

Am Freitag feierten beide Einrichtungen diesen Weg, den sie seit 20 bzw. 16 Jahren beschreiten: Die integrative Beschulung. Unabhängig von körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit oder Herkunft sind beide Einrichtungen Eine Schule für alle. Dieses Motto wurde auch während des offiziellen Festaktes mit zahlreichen Eltern und Gästen aus Politik und Verwaltung gelebt.

Eingerahmt wurde die Feier von Reden der jeweiligen Schulleitungen Inse Böhlke-Itzen (Hafenschule) und Edeltraut Schmidt sowie Harald Bouillon (Hauptschule Nogatstraße). Neben Finke würdigten Oberbürgermeister Andreas Wagner, Reinhard Witte als Vertreter der Landesschulbehörde und Doris Bröcker vom Schulelternrat der Hafenschule das Konzept. Dieses sogenannte Wilhelmshavener Modell hat mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt. Auch OB Wagner griff den integrativen Gedanken auf: Bereits in der Schule müssen die Kinder erfahren, dass es normal ist, anders zu sein.

Stolz auf das, was in Wilhelmshaven geleistet wurde, könnten die beiden Schulen sein, würdigte Witte die Leistung der Schulleitungen und des Lehrerkollegiums. Gleichzeitig richtete er das Wort an die Eltern, ohne deren Engagement das Erreichte ebenfalls nicht möglich gewesen wäre. Er sprach von einem hervorragenden pädagogischen Klima, das durch gegenseitigen Respekt geprägt sei.

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