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Benefizkonzert in Wilhelmshaven Konzert mit Herz und Leidenschaft

Henning Karasch
Das Marinemusikkorps Wilhelmshaven gab zusammen mit dem Frisian Symphonic Wind Orchestra ein Benefizkonzert.

Das Marinemusikkorps Wilhelmshaven gab zusammen mit dem Frisian Symphonic Wind Orchestra ein Benefizkonzert.

Henning Karasch

Wilhelmshaven - Blasmusik der Spitzenklasse gleich im Doppelpack: Die bekamen die Gäste in der gut gefüllten St. Peter-Kirche zu hören. Das Frisian Symphonic Wind Orchestra (FSWO) unter Leitung von Jouke Hoekstra und das Marinemusikkorps (MMK) Wilhelmshaven, geleitet von Fregattenkapitän Matthias Prock, gaben sich zugunsten von „haven-hilft“ die Ehre. Die Organisation lag in Händen des Wilhelmshaveners Jens Termöhlen und ist nicht hoch genug zu schätzen. Erlöse kamen erneut der Caritas zu.

Pfarrer Andreas Bolten hieß das FSWO „aus der holländischen Nachbarschaft“, bereits 2016, 2018, 2019 und 2022 für Spendenkonzerte in Wilhelmshaven, und das Marinemusikkorps willkommen. „Sie sehen vor sich einen hellauf begeisterten Mann“, sagte Termöhlen angesichts der Gästezahl. Seine Lebenspartnerin Meike Teichert musste im Vorfeld viel Adrenalin von ihm ertragen. Noch nie gingen so viele Karten im Vorverkauf weg. Nach Corona, der „neuen Zeitrechnung“, sei es das zweite Konzert.

Orchester erhielten Unterstützung

Der jüngste Musiker, Schüler von Hoekstras Frau, ist erst 15 Jahre alt. Große Instrumente durfte das FSWO vom Musikkorps nutzen. Da zwei Niederländer erkrankten, sprangen kurzerhand zwei Marinemusiker ein. Diese wiederum hatten Unterstützung von einem Musiker des Heeresmusikkorps Hannover.

„Frisia meets Anglia“ wählte das FSWO als Begrüßung. Mit Gongschlägen und den Glocken von Big Ben ging es Englisch los. Ein ruhiger Satz im tiefen Blech des Fanfarenorchesters wurde von Marschtrommel sekundiert. Plötzlich aber galoppierte der entfesselte Klang los, überstrahlt von Trompeten.

Atonale Trompetenklänge und dynamische Saxofoneinlagen prägten die „Conposition VIII“. Deren Melodie hatte stellenweise etwas Mystisches bis Bedrohliches. Klassisch-feierliche Ruhe strahlte dagegen Georg Friedrich Händels „Largo“ aus, bevor es mit „Finlandia“ erneut wirbelig, kurz und knackig wurde. Ihren Abschied nahmen die Niederländer mit dem Ungarischen Tanz No 1 von Johannes Brahms, mit dem sie schon im November begeisterten. Dieser eignet sich gut, ihn als Zugabe nochmals aufzugreifen.


Marinemusikkorps eröffnete zweiten Teil

Mit sprudelndem Elan und so strahlend, wie der Titel es erwarten lässt, eröffnete das Marinemusikkorps nach der Pause „Resplendent Glory“. Trompeten und feine Holzbläserläufe führten die grandiose Melodie rasant zu Ende. Matthias Prock dankte den Niederländern für diesen besonderen Abend, an dem er erstmals „im traumhaften Klang eines Fanfarenorchesters gebadet“ habe.

Mit Leonhard Bernsteins „Wonderful town“ und „Second Suite for band“ setzte das Marinemusikkorps fort, ehe dieses Benefizkonzert sein Ende fand. „Das Gute ist leider immer schnell vorbei, meinetwegen könnten wir in der Kirche übernachten“, bekannte Termöhlen, der auch dem Marinemusikkorps und Prock dankte.

Gern hätte Organisator Termöhlen mit Pfarrer Andreas Bolten nach der Pause den Spendenzweck genannt. Aber „das Marineschiff war so schnell weg“. Den krönenden Abschluss bot das Marinemusikkorps mit den flotten „Armenischen Tänzen“.

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