Wilhelmshaven - Es war das 30. Mal, dass Auszubildende der gastgewerblichen Berufe bei den Jademeisterschaften in den Berufsbildenden Schulen Wilhelmshaven ihr Können zeigten. Doch es war nicht die runde Zahl, die zum Rückblick herausforderte. Für Schulleiterin Elke Schnitger war es das letzte Mal vor dem Ruhestand, dass sie als Hausherrin die geladenen Gäste, Juroren und Sponsoren willkommen hieß. Das war Anlass, besonders herzlich Danke zu sagen an all die, ohne deren Unterstützung der Wettbewerb nicht möglich wäre.
Für die Gastronomen sprach Bianca Trenthammer ihren Dank an die Berufsbildenden Schulen aus. Heute sei es leichter, Gäste zu gewinnen als gutes Personal. Da sei eine gute Ausbildung wichtig. Sie wies auch auf die sich weltweit bietenden Chancen für gute Fachkräfte hin.
Eine gute Referenz kann dabei auch die Teilnahme an den Jademeisterschaften sein. Angehende Köche und Köchinnen bereiten ein Drei-Gänge-Menü zu, das künftige Restaurantfachleute den geladenen Gästen servieren. Doch ging es nicht nur darum, die Gäste zufrieden zu stellen. In der Küche wie im Restaurant schauten auch die kritischen Juroren den Teilnehmern bei der Arbeit zu.
Die Hotelfachleute waren schon seit dem Morgen auf den Beinen. Im Atlantic Hotel hatten sie Zimmer gecheckt und sich kundig mit Waren wie auch Material gezeigt. Sie mussten beweisen, dass sie sich mit Ernährungsfragen auskennen und an der Rezeption selbst in schwierigen Situationen die Gäste zufrieden stellen.
Doch auch die anderen Teilnehmer mussten lange vor Eintreffen der Gäste mit der Arbeit beginnen. Die Restaurantfachleute waren in diesem Jahr nur zu dritt, sodass die Hotelfachleute ihnen beim Empfang der Gäste, beim Service, aber auch zuvor schon bei der Gestaltung der Gestecke für die Tische aushelfen mussten. Gemeinsames Thema war diesmal der „Jahrmarkt der Genüsse“. Für Gestecke und übrige Dekoration, aber auch für die Menükarten war Kreativität gefordert.
Doch auch die Köche hatten Einfallsreichtum an den Tag zu legen. Wie bei einer Gesellenprüfung war ihnen schon vor Wochen ein Warenkorb vorgegeben worden mit den Hauptbestandteilen Pilze, Lammkeule und Joghurt. Daraus mussten sie nicht nur ein Menü entwickeln, sondern am Wettbewerbstag in der Küche auch mit handwerklichen Fertigkeiten wie Einhalten von Hygienevorschriften, Materialbearbeitung und Arbeitstechnik überzeugen. Nicht zuletzt aber musste das Essen schmecken und natürlich optisch erfreuen.
Da konnten sie zeigen, was sie gelernt haben. Estragon-Roulade, Birnen-Chutney, Auster-Seitlinge und marinierter Rucola-Salat konkurrierte unter anderem mit Champignon-Tartar, Chilimayonnaise und marinierten Salatspitzen, die geschmorte Lammkeule war mal begleitet von Knoblauchsauce, Pfefferbohnen, Würztomaten und Kroketten, beim anderen von Bratensoße, verschiedenen Gemüsen und dressierten Minzkartoffeln. Und als krönenden Abschluss brachte der eine Joghurt-Honig-Tiramisu und Honig-Mangofilet und ein anderer eine Orangen-Joghurt-Terrine und karamellisierte Nüsse auf den Teller.
Da hatten die Juroren die Qual der Wahl. Immerhin ging es um die Teilnahme am Landeswettbewerb, auch wenn allein schon die Teilnahme für jeden einen Gewinn an Erfahrungen darstellt.
Besonders freuen durfte sich bei den Hotelfachleuten Vanessa Goebel, die vor Lukas Grotjahn und Jannek Krar (alle drei Atlantic Hotel) sowie Miriam Blonn und Jessica Fomin (beide Upstalsboom Friesland) gewann.
Bei den Restaurantfachleuten gewann Mascha Werner (Alltes Zollhaus) vor Leon Korn (Atlantic) und Cansu Süre (Hotel am Stadtpark).
Nummer eins bei den Köchen wurde Daniel Aden (Zum schwarzen Bären) vor Leonie Janßen (Artischocke), Majd Ramadan (CaOs), Manuel Helmers (Hotel am Stadtpark) und Jan Kleemann (Atlantic).
Über den Publikumspreis für den gedeckten Tisch konnte sich Cansu Süre (Hotel am Stadtpark) freuen.
