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Digitalpakt für Wilhelmshaven Kreidestaub ist an diesen Schulen ein Relikt aus der Vergangenheit

Wilhelmshaven - „Bitte holt Euer Buch aus der Tasche und schlagt Seite 102 auf.“ So oder zumindest so ähnlich hat Tom Holtrup schon unzählige Male den Erdkundeunterricht eröffnet. Doch diese Zeiten sind vorbei, denn inzwischen ist die kirchliche Oberschule komplett digitalisiert. Und auch die benachbarte Cäcilienschule, ebenfalls in Trägerschaft der Schulstiftung St. Benedikt, setzt auf digitalen Unterricht. Fördermittel aus dem Digitalpakt haben diese Umstellung möglich gemacht.

Franziskusschule – „Neue Technik gut eingebürgert“

Holtrup ist seit 20 Jahren Lehrer. „Ich kenne noch den Kreidestaub und habe die ganze technische Entwicklung mitgemacht“, erzählt er. 2015 seien die ersten Beamer in die Schule gekommen. Ein echter Fortschritt gegenüber den alten Tafeln. Doch kein Vergleich mit der heutigen Technik. Die neuen Displays seien sofort startbereit, deutlich schneller und vielseitiger einsetzbar, weiß Holtrup. Damit sei interaktiver Unterricht möglich – auch von zu Hause. Die Schüler können Arbeitsblätter digital ausfüllen, die er gleich einbinden oder online korrigieren könne. „Das ist ein höherer Lerneffekt, als wenn ich hinter jedem Schüler stehen würde.“

21 Smartdisplays verteilen sich auf die Klassen- und Fachräume. In den Klassenräumen ist zusätzlich ein kleiner Monitor installiert, an dem Lehrkräfte verdeckt arbeiten, etwas vorbereiten oder den großen Bildschirm erweitern können. Beim Wechselunterricht konnten Schüler von zu Hause zugeschaltet werden.

„Die neue Technik hat sich inzwischen gut eingebürgert. Es gibt keinen Kollegen mehr, der nur noch mit den grünen Tafeln arbeiten möchte,“ weiß Gaby Kurth, didaktische Leiterin der Schule. Fortbildungen seien aber noch nötig. „Teilweise sind die Schüler weiter als wir,“ lacht sie. „Dann darf man keine Scheu haben, Schüler zu Hilfe zu holen. Die machen das aber auch gerne.“

Cäcilienschule – „Im Digitalisierungsprozess weit vorangekommen“

Nicht anders sieht es an der Cäcilienschule aus. Französischunterricht in der siebten Klasse: Vanessa Castiglione spielt den Schülern ein Musikvideo vor, das sie anschließend mit ihnen bespricht. Dazu zeigt sie Vokabeln, deren Übersetzung sie gleich eintragen lässt – alles auf einem zentralen Gerät. Statt auf eine Tafel, schauen die Jugendlichen auf einen großen Bildschirm. Die Steuerung dieses Smart-Displays läuft über ein iPad, das Castiglione in der Hand hält. So muss sie ihren Schülern nicht den Rücken zuwenden, wenn sie auf den Bildschirm schreibt. Auch die Schüler haben iPads vor sich liegen.


Von der neuen Technik ist die Lehrerin begeistert. Der Unterricht werde gut unterstützt, könne ansprechender gestaltet und Materialien deutlich einfacher visualisiert werden, sagt sie. Mit den modernen Displays sei alles machbar, was auch an der Tafel möglich war. Dazu ließen sich Teile löschen oder neu schreiben, Videos einbinden, Bilder einfrieren oder vom iPad auf den Schirm spiegeln.

„Bei der Einführung der Displays war es uns wichtig, dass wir bei Lehrkräften, Schulleitung und Schülern eine hohe Akzeptanz haben“, erklärt Uwe Kathmann, Vorstand der Schulstiftung St. Benedikt. Die Bildschirme seien für alle längst Alltag geworden, sollen Medien wie Bücher aber nicht vollständig ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen, betont Schulleiter Günter Barkam. Es sei ein erheblicher Umstellungsprozess gewesen, „aber jetzt sind wir im Digitalisierungsprozess weit vorangekommen.“

Fördermittel aus staatlichem Digitalpakt

Der Franziskusschule standen 120 000 Euro (plus 30 000 für mobile Endgeräte), der Cäcilienschule sogar 210 000 aus dem staatlichen Digitalpakt zur Verfügung. Ohne dieses Förderprogramm würde es noch über Jahre ein Nebeneinander von Tafeln und Bildschirmen geben, sind sich Gaby Kurth und Günter Barkam einig. „Als Schulträger sind wir daher dankbar, dass wir als freie Schulen Fördermittel aus dem Programm bekommen“, ergänzt Kathmann.

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