Wilhelmshaven - Am Sonntag, dem Volkstrauertag, gedenken die Menschen in Deutschland den Kriegstoten und Opfern von Gewaltherrschaft. Aufgrund seiner militärischen Bedeutung, war auch Wilhelmshaven und die Zivilbevölkerung durch Bombenangriffe stark betroffen.
Mehr als 100 Angriffe wurden auf die Stadt geflogen. Unmenschliches Elend mussten die Zwangsarbeiter im Außenlager des KZ Neuengamme erleiden. In der Nacht vom 14. auf den 15. September 1942 kam es zu einem der folgenschwersten Luftangriffe auf Wilhelmshaven. Der damalige WZ-Redakteur Theodor Murken, hat die Ereignisse in den Kriegsjahren tagebuchartig festgehalten.
Noch am 14. September 1942 schreibt Murken: Das vierte Kriegsjahr hat angefangen. Die Verhältnisse in Deutschland haben sich ungünstig entwickelt. Der Krieg lastet auf vielen Gemütern....Das Schlimmste ist aber gewiss noch nicht überwunden. Mit dieser Einschätzung sollte er recht behalten.
Sein nächster Eintrag einen Tag später: Wir erlebten einen Luftangriff, der alle bisherigen an Heftigkeit und Auswirkung übersteigt. Ziemlich schnell waren die Engländer da. Man musste die letzten Sachen schon in aller Eile in den Luftschutzkeller bringen. Nach einer Stunde brannte Wilhelmshaven an allen Ecken. Das ganze Ausmaß der Zerstörung wurde am Morgen des 15. September deutlich.
Trotz jahrzehntelangen Friedens hat das Gedenken an die Opfer am Volkstrauertag mit Gottesdiensten und Kranzniederlegungen in der Christus- und Garnisonkirche, auf dem Ehrenfriedhof, auf dem Friedhof Aldenburg und anderen Orten nicht an Dringlichkeit eingebüßt.
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