Wilhelmshaven - Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat auch im Wilhelmshavener Hotel- und Gaststättengewerbe für einige Unruhe gesorgt. Nun ja, eigentlich läuft alles, sagt Heinrich Konnerth vom Hotel Kaiser. Die Frage ist nur: Mit welchem Aufwand? Konnerth gehört zum Vorstand des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) in Wilhelmshaven, genauso wie sein Kollege Jürgen Meyer vom Nordseehotel und Robert Jacobs vom Kreuzelwerk. Alle drei sind sich bei einem gemeinsamen Gespräch einig in ihrer Kritik am Mindestlohngesetz: Es verlangt deutlich zu viel bürokratischen Aufwand.
Vor allem die Dokumentation zur Erfassung der Arbeitszeit nehme sehr viel Zeit in Anspruch, etwa eine Stunde am Tag, so haben sie es ausgerechnet. Festzuhalten sind Anfangs- und Endzeiten sowie Pausen jedes einzelnen Mitarbeiters, egal ob fest angestellt oder nicht. Eigentlich müsste ich den ganzen Tag aufpassen und aufschreiben, meint Konnerth. Viele Mitarbeiter würden ja auch oft rausgehen und rauchen. Wir sehen unsere Gäste kaum noch, weil wir den ganzen Tag im Büro sitzen, ergänzt Jürgen Meyer, womit er allerdings nicht nur auf die Umsetzung des Mindestlohngesetzes anspielt, sondern auch auf andere bürokratische Anforderungen. Ständig heißt es aus der Bundesregierung, sie wolle die Bürokratie für den Mittelstand abbauen, dabei tut sie das Gegenteil, kritisiert Meyer.
