Wilhelmshaven - Die Zukunft der Marinewaffen beginnt auf der „Sachsen“: Schon bald sollen Laser an Bord Drohnen und Flugkörper im Nahbereich bis 1000 Meter bekämpfen. Ein sogenannter Laserwaffen-Demonstrator wurde gerade nach dem Ostsee-Manöver „Baltops“ in Kiel auf der Fregatte in einem Container an Deck montiert. Erste Tests vor Surendorf
Nach Tests in der Eckernförder Bucht vor Surendorf – die Wehrtechnische Dienststelle 71 betreibt dort eine Anlage – ist für den Herbst der erste Schuss mit der Laserwaffe geplant. Laut „Kieler Nachrichten“ wurde zunächst unter anderem das Zusammenspiel mit Radaranlagen und Führungselektronik der Fregatte erprobt.
Laser wirken auf Ziele in Lichtgeschwindigkeit, mit hoher Präzision und geringstmöglichem Kollateralschaden. Sie benötigen allerdings viel Energie, dafür jedoch keinen Platz für Munition, die überdies im Gefecht auch schnell aufgebraucht sein kann. Dies gilt besonders für die an Bord mitgeführten Flugkörper.
Im Jahr 2020 hatte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit der Arbeitsgemeinschaft (Arge) aus Rheinmetall Waffe Munition und MBDA Deutschland einen Vertrag zur Herstellung eines Laserquellen-Demonstrators geschlossen. Er umfasst laut Pressemitteilung der Arge ein Volumen im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
MBDA Deutschland sei demnach für das Tracking (die Zielverfolgung), die Bedienkonsole und Anbindung des Laserwaffen-Demonstrators an das Führungssystem zuständig. Im Verantwortungsbereich Rheinmetalls liegen die Laserwaffenstation, das Strahlführungssystem sowie Kühlung und Integration des Laserwaffen-Demonstrators in dem Projektcontainer.
Der nun auf der „Sachsen“ montierte Demonstrator verfügt laut Rheinmetall Waffe Munition über eine Ausgangsleistung von bis zu 20 kW, das entwickelte System sogar über Aufwuchspotenzial in die Laserleistungsklasse von 100 kW. Nahbereichsabwehr
„Eine Laserleistung von bis zu 50 kW ist geeignet für die Abwehr asymmetrischer Bedrohungen. Hiermit lassen sich Angreifer auf Entfernungen von circa 1000 Meter stoppen und gegebenenfalls versenken“, schreibt Marine-Experte Dieter Stockfisch dazu in einem Fachartikel. Laserquellen über 100 kW, die auch Ziele bis 3000 Meter Entfernung erfolgreich bekämpfen könnten, seien bislang noch nicht verfügbar. Laut Stockfisch hat MBDA in den vergangenen Jahren bereits die Leistungsfähigkeit von Lasersystemen nachgwiesen.
Israel hat mit einem Hochleistungs-Lasersystem nach eigenen Angaben Anfang dieses Jahres in mehreren Testreihen Drohnen, Raketen und Mörsergranaten erfolgreich abgewehrt. Vor allem die US-amerikanische Marine erprobt bereits seit Längerem Laserwaffen an Bord von Kriegsschiffen – aktuell wird ein System auf dem Zerstörer USS „Preble“ installiert.
