Wilhelmshaven - Unlängst wurde das Kinder- und Jugendhospiz um eine Geschwisterinsel erweitert. Das 140 Quadratmeter große Areal dient Geschwistern schwer erkrankter Kinder, die ihrerseits im Hospiz betreut werden, als (auch pädagogisch begleiteter) Rückzugsort (die WZ berichtete). Der Bau der Geschwisterinsel machte allerdings den Durchbruch eine Fassade nötig, die Buko Königshoff 2014 künstlerisch gestaltet hatte. Nun hat er selbst diese Lücke wieder geschlossen. Königshoffs ursprüngliches Kunstwerk war vor sechs Jahren in enger Absprache mit der damaligen Hospizleitung Irene Müller, heute Geschäftsführerin der übergeordneten mission:lebenshaus gGmbH, entstanden. „Wir hatten uns ein Bild gewünscht, das Strand und Frische darstellt“, erinnert sie sich.
Der Künstler entscheid sich für eine abstrakte Variante, für eine Zusammenspiel von warmen (Strand) zu kalten (Meer) Farben. Von einem damaligen Hospizmitarbeiter bekam Königshoff dabei sogar handfeste Hilfe. Alle seien von dem Ergebnis begeistert gewesen, erzählt Irene Müller. „Für uns alle war klar, dass wir das Kunstwerk auch mit dem Bau der Geschwisterinsel behalten möchten.“
Zunächst war der Künstler ein wenig traurig
Das allerdings war gar nicht so einfach, denn mit der Umbaumaßnahme musste ein erhebliches Stück der Fassadenwand und damit auch des Kunstwerkes zugunsten eines Eingangs „geopfert“ werden. Was also tun? Kurzerhand holte man den Mann wieder zurück ins Boot, von dem das Bild stammte: Buko Königshoff. „Ich erhielt einen Anruf aus dem Hospiz: Ein Loch solle gekittet werden“, sagt der Künstler mit einem Schmunzeln. Und dieses Loch befinde sich leider mitten in seinem Bild! Zunächst sei er durchaus ein bisschen traurig darüber gewesen, dass sein Werk nicht mehr in seiner Ursprungsform existiert, auch wenn er die dafür „verantwortliche“ Geschwisterinsel großartig finde. „Aber im Endeffekt habe ich dies als Chance gesehen, das Werk weiterzuentwickeln – schließlich hat sich auch das Hospiz in den vergangenen sechs Jahren immer weiterentwickelt“, sagt Königshoff.
Das Grundmotiv ließ der Künstler unverändert, besserte es an der ein oder anderen Stelle aus. Das Teilstück, das nach dem Durchbruch fehlte, malte er neu – an der dahinterliegenden Wand mit einer einstrechenden perspektiven Verschiebung. Die dafür notwendigen Farben hatte die Nietiedt Gruppe kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Verteilung des „neuen“ Bildes auf verschiedene Wände sorge noch für einem besonderen Effekt, erklärt Königshoff. „Hier gibt es jetzt mehrere Ebenen, die sich verschieben. Durch diese Bewegung entsteht eine Wanderung von den warmen zu den kühlen Farben.“ Und wie schon beim ersten Kunstwerk fällt die Resonanz durchweg positiv aus. „Wir sind wirklich sehr dankbar, dass sich Buko Königshoff nach unserer Anfrage gleich ans Werk gemacht hat“, freut sich Irene Müller. Für den Künstler selbst Ehrensache. „Das Hospiz ist eine richtig gute Sache und die Arbeit ist von Respekt geprägt. Hier zu arbeiten, hat immer Spaß gemacht. Ich freue mich schon jetzt auf zukünftige Projekte!“
