Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Medienprojekt der Jade Hochschule Kuh oder Kokosnuss – woher kommt die Milch?

Wilhelmshaven - Hafermilch, Sojamilch, Mandelmilch, Kokosmilch – es gibt inzwischen so viele Alternativen zur Kuhmilch, den Überblick zu behalten ist da gar nicht so einfach. Trotzdem: Die Kuhmilch-Alternativen sind längst gesellschaftsfähig und besonders in den jüngeren Generationen kaum mehr wegzudenken.

Und dennoch – oder sogar genau deswegen – kommt das Medienprojekt zum Thema Milchwirtschaft unter der Leitung von Dozentin Carola Schede (49) richtig gut bei den Studenten der Jade Hochschule an. 17 Studierende des Studiengangs „Medienwirtschaft und Journalismus“ hatten das Glück und einen Platz ergattert.

Die Sechstsemester bekamen von der Landesvereinigung für Milchwirtschaft Niedersachsen den Auftrag, ein Event rund um das Thema Milch zu veranstalten. Circa sieben Wochen arbeiteten die Studenten an der Planung für ein Begegnungsevent, auf dem nicht nur Milchwirte, sondern auch Menschen aufeinander treffen sollten, die der Kuhmilch abgeschworen haben. Denn das Paradoxe am Projekt: rund zwei Drittel der Studierenden des Projekts trinkt gar keine Kuhmilch mehr. Und so fuhren die Studenten auf Bauernhöfe, luden Gäste aus der Wirtschaft und Landwirtschaft, Influencer, Veganlebende und Ernährungsberater ein, organsierten eine Eventlocation im Oldenburger „Core“ – bis sich herausstellte, dass eine große Veranstaltung bei den derzeit steigenden Coronazahlen sowohl für die Studenten als auch für die Dozentin, die Auftraggeber und die Landwirte moralisch nicht vertretbar sei.

„So ist es nun mal in diesen Zeiten. Wir waren zu Beginn des Semesters einfach zu optimistisch, dass schon alles gut gehen würde. Natürlich haben wir längst einen Plan B in der Tasche“, erzählt Dozentin Carola Schede.

„Plan B ist super“, sagt Anna-Lena Sprengel (23) aus dem Team der Projektleitung „wir machen nun eine Reportage – ‚Unser Weg mit der Milch’. Der Film soll eine Basis sein – Menschen dazu einladen, über Milch zu sprechen“. Hierbei soll es aber keine stumpfe Aufzählung von Argumenten für oder gegen Kuh- oder Pflanzenmilchkonsum sein. „Wir möchten, dass der persönliche Austausch vorangetrieben wird, denn nur so kann mit Mythen aufgeräumt werden“, sagt Jona Schmidt (27), ebenfalls Projektleiter. „Denn Milch ist nicht nur schwarz oderweiß“, meint die Projektleiterin, „da steckt so viel zwischen“. Es gehe hierbei um jede Meinung und dabei habe genauso die Meinung einer Veganerin, als auch die Meinung einer Kuhmilchliebhaberin – wie Carola Schede – Anklang zu finden. „Für mich die auf dem Land wohnt, umgeben von Landwirten, ist es echt überraschend, wie sehr die Milch eigentlich schon im Abseits steht“, erzählt die Dozentin, „aber genau das finde ich ja so spannend. Und wie bei vielen Zukunftsthemen, spüren wir, je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigen: es gibt nicht die eine richtige Antwort“.


Und damit so viele Perspektiven und Wissenslücken wie möglich abgedeckt werden, durchstreiften bereits Videoteams Innenstädte und befragten Passanten, was sie über die Milchwirtschaft gerne wissen würden. Fragen werden in Interviews an die Landwirte, Ernährungsberater und Veganlebenden gestellt und in der Reportage aufgelöst. Für Schede ist in diesem Projekt das Spannenste, dass sie einen Dialog initiieren: „Einen Dialog zwischen gesellschaftlichen Gruppen, die eigentlich nicht mehr miteinander im Austausch sind.“ „Jeder soll seinen Senf dazugeben können und das tolle an einer Reportage ist die Nachhaltigkeit daran, die kann man in einigen Jahren noch anschauen“, meint Anna-Lena.

Fertiggestellt wird die Reportage noch in diesem Jahr. Doch wo und wann sie ausgestrahlt wird, wissen die Teilnehmer des Projekts laut Jona Schmidt noch nicht genau. aber er sagt rechtzeitig Bescheid.

Alina Zacher
Alina Zacher Volontärin, Wilhelmshavener Zeitung
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Dortmunds Karim Adeyemi (Mitte l) in Aktion. Der BVB setzt sich ein zweites Mal gegen Paris Saint-Germain durch und steht damit im Finale der Champions League.

SIEG GEGEN PARIS SAINT-GERMAIN Dortmund steht im Finale der Champions League

Heinz Büse Jan Mies
Paris
Ein Wahlplakat des sächsischen SPD-Spitzenkandidaten zur Europawahl, Matthias Ecke hängt an der Schandauer Straße im Stadtteil Striesen an einem Laternenmast. Der sächsische SPD-Spitzenkandidat zur Europawahl, Matthias Ecke, ist beim Plakatieren im Dresdner Stadtteil Striesen angegriffen und schwer verletzt worden. Beim Befestigen von Wahlplakaten am späten Freitagabend schlugen vier Unbekannte auf den 41-Jährigen ein, wie Polizei und Partei am Samstag mitteilten.

SCHUTZ VON POLITIKERN Innenminister wollen schärfere Strafen prüfen

Dpa
Potsdam
Sie geben Orientierung im Evangelischen Krankenhaus (v.l.) Andreas Hoppe, Elli Fitzner, Gertrud Wessel-Terharn und Pastorin Anke Fasse.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS IN OLDENBURG Sie geben Orientierung und Sicherheit im Krankenhaus-Dschungel

Anja Biewald
Oldenburg
Kommentar
Oliver Braun

ZUR ABSAGE DES DEMOKRATIEFESTES IN SCHORTENS Ideologiebefreit Probleme lösen

Oliver Braun
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg