Wilhelmshaven - Claudia Westerhoff, die dem Haus Hamburgerstraße 26 gegenüber wohnt, war am Sonnabend länger aufgeblieben und las noch im Bett, als sie bemerkte, da muss was sein. Sie sah den Feuerwehrwagen und fragte sich, ob es da wohl brennt. Sie weckte ihren Partner Thomas Biermann. Als dann die Polizei klingelte und sie bat, die Wohnung zu verlasen, erfuhr sie den Grund. Im leerstehenden Haus Hamburgerstraße 26 war Gasgeruch festgestellt worden und um niemanden der Gefahr einer Gasexplosion auszusetzen, evakuierte die Polizei die umliegenden Häuser und sperrte das Haus weiträumig ab.
Insgesamt waren etwa 50 Personen von dieser Maßnahme betroffen, darunter die 95-jährige Wilhelmine Reichenbach, die im Morgenmantel und im Rollstuhl zur Turnhalle der Freiherr-vom-Stein-Schule gebracht wurde, und auch ein kleine, in eine Decke gewickeltes Kind, das zitterte, wie Claudia Westerhoff das bemerkt hat.
Zwar war das Gas-Luft-Gemisch zu dem Zeitpunkt, als die Feuerwehr eintraf, noch nicht explosiv, wie der Einsatzleiter, Brandamtmann Holger Erber, gestern mitteilte. Aber da das Gas weiter ausströmte, musste unverzüglich gehandelt werden.
Gegen 1.20 Uhr wurde der wachhabende GEW-Mitarbeiter herbei gerufen. Die Versuche, den Gasanschluss zum Haus Hamburgerstraße 26 abzutrennen, scheiterten zunächst, weil Wurzelwerk das Aufgraben der Anschlussstelle behinderte.
Weil auch das Abschieben der Gasversorgung für den Bereich Königsberger/Hamburger Straße keinen Sinn machte, sonst wäre dort die Gasversorgung komplett unterbrochen worden, versorgte sich schließlich die Feuerwehr bei dem GEW-Mitarbeiter mit Material und dichtete unter Atemschutzmasken das Leck im Hause ab.
Was gestern Vormittag erst nur Vermutung war, hat sich am gestrigen Nachmittag bestätigt. Nach Angaben der Polizei haben Kupferdiebe das Leck verursacht, als sie versuchten, in dem leerstehenden Hause Kupferrohre abzumontieren.
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